Mittwoch, 14. Februar 2018

Fremotreffen Bad Oeynhausen 2018

Mitte Februar, und die Fremosaison ist voll im Gange. Nach der Spielwarenmesse und der damit verbundenen Vorstellung der Modellbahnneuheiten (oder der Feststellung, wie viele unnötige Doppelentwicklungen wir wieder ertragen müssen) geht es zum Portatreffen in Oeynhausen, vielleicht das letzte mal ohne durchgehende A30...


Eine dreifache Akkutriebwagen-Einheit BR 515 hält am Ondruper Bahnsteig.

Nach der erfolgreichen Wiederbelebung des Treffens vor einigen Jahren war die Halle auch dieses Jahr prall mit Modulen gefüllt. Das H0-RE Arrangement hatte dabei eine Übergabe zum Schmalspurteil. In einer Ecke der Halle hatte noch eine kleine Gruppe US-Bahner einige Module aufgebaut und bespielte dieses. Es ist immer schön, wenn man mal wieder die Möglichkeit hat über den Tellerrand des eigenen Interessenbereichs hinaus zu schauen.


Ondrup in voller Pracht und Länge.

Zum ersten mal nach dem Kauf eines geräumigen Anhängers konnte ich "all in" gehen und den Treffenplanern jedes meiner Modulmeter zur Verfügung stellen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht, außer der Landwirtschaftskurve waren, sieht man mal von der Reliquie "Schult am See" ab, alle meine Module im Einsatz. Zusätzlich habe ich noch den Schattenbahnhof Spiekerhof und einige Adaptermodule des MEC Dülmen transportiert. Der Auf- und Abbau dieser Module geht natürlich nicht ohne Helfer. Mein Dank gilt dieses mal besonders Michael, Jörg und Henning. Ohne euch hätte ich wohl um 20 Uhr noch gepackt.


Ein Großdiesel der BR 215 muss vor der Einfahrt zum Bahnhof Bettenhausen warten.

Der bei diesem Treffen nachgestellte Zeitraum waren die Jahre 1975 bis 1985. Die dafür benötigten Triebfahrzeuge waren ausreichend vorhanden. Nur an den Güterwagen mangelte es immer etwas. Ich glaube aber am Ende konnten alle Ladungen transportiert werden, auch wenn hier und da Fahrzeuge älterer Epochen übernehmen mussten. Für mich war es dieses mal wichtig die Gestaltung mit Pkw und Lkw der späten 70er Jahre vorzunehmen. Dabei habe ich mich gewundert, wie viele Modelle sich in meinem Bastelvorrat befanden und durch etwas Verfeinerung nur zum Leben erweckt werden mussten.


Auch kleine Triebfahrzeuge wie dieser Schienenbus der BR 695 waren auf den Nebenstrecken im Einsatz.

Das Arrangement war sehr schön aufgebaut. Nach dem Schattenbahnhof Spiekerhof und der Kreuzungsmöglichkeit Ondrup folgte der Abzweig Buchhorst, an dem bereits die erste Nebenbahn in Richtung Holnis mit Durchfahrt durch das Kalkwerk Pegasus abzweigte. Hinter Holnis schlossen noch der Hafen Tief im Westen und die Mühlenroda Nebenbahn mit dem Rheiner Hafen an. Die Hauptstrecke führte nach Buchhorst weiter über Bülthausen nach Bettenhausen. Hier zweigte die Nebenstrecke über Leupoldshof nach Bodmich und Meierrode ab, hinter dem sich der Übergang zur Schmalspurstrecke im Bahnhof Lanken befand. Die Hauptstrecke führte hinter Bettenhausen zum Schattenbahnhof Westenholz. Besonders bemerkenswert war die ca. 15 m lange gerade Strecke, auf der sich Ondrup befand. Umgerechnet fast 2 km geradeaus, da kommt Vorbildfeeling wie im Flachland auf!


Endlich mal wieder lange Strecken. Lieber mal eine Betriebsstelle weniger und dafür viel Auslauf für die Fahrzeuge.

Das Konzept für die Güterverteilung sah Nahgüterzüge vor, die zu den jeweiligen Abzweigbahnhöfen Bettenhausen und Holnis fuhren, um dort geteilt zu werden und in Form von Übergaben die kleineren Betriebsstellen zu bedienen. Ondrup wurde direkt aus dem Schattenbahnhof von zwei Übergaben täglich mit Frachten versorgt.


Einige Module sind tatsächlich für ein Epoche IV Treffen gebaut, wie hier mein "Blaues Auge".

Personenverkehre waren eher untergeordnet. Es gab einige Nahverkehrszüge und einen Eilzugumlauf. Für den Einsatz von weniger alltäglichen Garnituren wurden je Fahrplan zwei L-Trassen vorgehalten.


Rangierbetrieb im Phoenix Zementwerk.

Zum Einsatz kam auch wieder die Blocktechnik. Die gesamte Hauptstrecke verfügte über dieses zusätzliche Sicherungselement. Besonders in Ondrup war diese Technik, die das Rückmelden der Züge durch Rückblocken per Knopfdruck ersetzt, eine großer Erleichterung. Ondrup hatte teilweise 5 Zugfahrten je Modellstunde zu leisten. Bei lediglich zwei Gleisen ist der Fahrdienstleiter auch schon so stark gefordert.


Da der Expressgutschuppen in Ondrup nicht bedient wurde musste das Stückgut über die Straße transportiert werden.

Der Betrieb hat wieder viel Spass gemacht. Es wurden 6 Fahrpläne ohne größere Technikprobleme durchgespielt, für Bad Oeynhausen sogar ein neuer Rekord. Die Neuerung am Sonntag noch zwei Fahrpläne zu spielen war aus meiner Sicht eine gute Idee. Auch so bin ich noch trotz gebremster Fahrt wegen des Anhängers zu einer annehmbaren Zeit nach Hause gekommen.

Noch ein paar mehr Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie Porta Treffen 2018

Montag, 22. Januar 2018

Fremo Harz und Heide 2018

Manchmal hat man spontan Lust und Zeit an einem Fremotreffen teilzunehmen. So war das bei mir zum Jahreswechsel 2017/2018 mit Blick auf die Anzahl meiner Resturlaubstage. Die erste Gelegenheit im Fremokalender auf ein Regelspur Europa Treffen ist traditionell das Harz und Heide Treffen in Groß Brunsrode, gelegen zwischen Braunschweig und Wolfsburg.

Die Halle gehört mit 300 qm dabei zu den kleinsten, die von dieser Gruppe genutzt werden. Der Spielfreude hat das aber keinen Abbruch getan.


Hallenpanorama Brunsrode 2018. Rechts unten erkennt man Holnis, links an der Wand Michbeck.

Aufgrund meiner Ankunft zur späten Mittagszeit am Freitag wurde ich von einem fertig aufgebauten Arrangement empfangen. Dieses bestand bemerkenswerter Weise fast komplett aus fertig durchgestalteten Betriebsstellen und Modulen. Hauptbetriebsstellen waren die Bahnhöfe Michbeck und Holnis auf der Hauptbahn, und Meierode und Reichelsheim auf der Nebenbahn. Hinzu kamen ein Raffinerieanschluss mit Bedienung durch Michbeck und der Hafen Deichtordamm, der von Holnis bedient wurde. Zusätzlich gab es eine Zugleitstrecke von Kiesrode über Leupoldhof und den Haltepunkt Neu Marohde, Anschluss an die Nebenbahn in Reichelsheim und dem Streckenende Klein Amerika mit einem weiteren Hafenanschluss. Die Zugbildung erfolgte in den Schattenbahnhöfe Grauhof und Wendeburg.


Mit einer 50 und einem durchgehenden Güterzug geht es durch die Heide nach Wendeburg.

Abweichend von der üblichen Epoche 3 hatte die ausrichtende Ortsgruppe ein Treffen mit Fahrzeugen der Epoche 4, speziell 1975 - 1980, ausgerufen. Daher musste ich meinen Fahrzeugeinsatz auf einige wenige Güterwagen und einen Triebwagen der Baureihe 515 beschränken. Für ausreichend Rollmaterial war im Vorfeld aber gesorgt worden. Speziell bei den Triebzügen war man gut aufgestellt und konnte mit einigen lokalen Spezialitäten aufwarten.


Ein Eierkopf in Holnis. Die Triebzüge der sehr ähnlichen Baureihe 613 wurden am Ende ihres Einsatzes beim Vorbild in den 80er Jahren in der nähe von Braunschweig eingesetzt.

Die Fahrpläne waren mit vielen interessanten Aufgaben gespickt. So gab es einmal je Fahrplan eine Vorspannleistung von Wendeburg nach Meierode. Zum Hafen Deichtordamm musste eine Rangierlok vor dem Zug mitgeführt werden, um alle Rangierbewegungen durchführen zu können. Der Zugleitbetrieb ab Reichelsheim lockerte das Spiel zusätzlich auf.


Die Vorspannleistung bei einem kurzen Betriebshalt in Michbeck.


Gerade wurde die Übergabe dem Kieswerk in Kiesrode zugestellt. Dabei wurde die Lok mit Hilfe einer Segmentdrehscheibe umgesetzt.

Innerhalb der drei Treffentage konnten insgesamt fünf Fahrpläne durchgespielt werden. Ausdrücklich loben muss man dabei das Durchhaltevermögen der Mitspieler am Freitag abend, als der Fahrplan trotz einiger zügig gelöster Digitalprobleme bis 23:45 Uhr dauerte. Bei anderen Veranstaltungen wurde bei solchen Gelegenheiten schon abgebrochen, wodurch der gesamte Ablauf des Wochenendes aus dem Takt geriet.


Die Hafenanlage Klein Amerika bietet viel Rangierspass.


Ein Triebwagen wartet im Bahnhof Michbeck auf eine Zugkreuzung.

Die Versorgung der Teilnehmer in der Halle war absolut angemessen. Das aus der nahen Volkswagen-Kantine besorgte Essen war gut. Weltklasse war auch das morgendliche Frühstück im Esszimmer eines Vereinsmitgliedes. Das stärkt auch den Gemeinschaftsgeist.


Auch wenn es nicht meine Farben sind: Bei diesen Zügen kommt richtes 70er und 80er Jahre Flair auf.

Es war mit Sicherheit nicht meine letzte Treffenteilnahme in Groß Brunsrode. Und gegenüber meiner ersten Teilnahme 2015 fand ich, dass sowohl das modellbauerische Niveau, als auch der Spielspass deutlich gesteigert wurden.

Noch ein paar mehr Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie Groß Brunsrode 2018

Samstag, 13. Januar 2018

Die Dreigurtbrücke von Lüdinghausen Teil 4

Vor fast auf den Tag genau einem halben Jahr hatte ich angekündigt, dass am Eisenbahnclub bereits das Holz für den Bau der Modulgruppe Dreigurtbrücke bereit liegt. Seit August letzten Jahres habe ich, meist mit Beteiligung der Jugendgruppe des MEC Dülmen, die Holzarbeiten durchgeführt.

Stellprobe für die Modulkiste aus Pappelsperrholz, welches wir beim Tischler zuschneiden lassen haben.

Für den Zuschnitt steht uns am Verein eine Bandsäge, zu sehen auf dem letzten Foto, zur Verfügung. Ein gut Hilfe. Zur genauen Festlegung der Geländeform waren trotzdem viele Vorarbeiten nötig. So habe ich in den original Lageplan die Außenkante der Modulkästen eingezeichnet und dann die Lage der Geländepunkte auf die Modulaußenseiten übertragen. Um noch ausreichend Auflager für die Brücke zu erhalten musste das Mittelsegment eine Länge von 1,27 m erhalten.
Dabei war viel "Fail and Error" angesagt. Leider musste ich die Außenkante zwei mal zuschneiden, weil ich in dem auf dem Bild unten sichtbaren Stand bemerkte, dass die Durchfahrtshöhe doch zu gering war.


Das Brückensegment steht hier schon auf eigenen Beinen.

Danach entstanden die Anschluss-Segmente. Wir haben uns dafür entschieden die Modulgruppe am Ondruper Ufer direkt hinter der viel näher an die Brücke heran gerückten Landstraße als F96-Profil enden zu lassen. Da in Richtung Lüdinghausen beim Vorbild ein Damm weiter führt, wurde dieser auch beim Modell als Fremo D2-Profil ausgeführt. Um wieder auf unser gängiges Endprofil F96 zu kommen entsteht zeitgleich ein entsprechend optisch passender Profiladapter. Die Verbindung der Segmentkästen erfolgt mit jeweils zwei 12 mm starken Holzdübeln, welche im Brückensegment fest verklebt sind, und durch zwei Maschinen- bzw. Flügelschrauben.


Die Modulgruppe Dreigurtbrücke nach der Montage der Anschlusssegmente.

Beim ersten Zusammenbau fiel uns direkt ein Problem auf, welches ich nicht als so gravierend erwartet hatte: Hob man die Modulgruppe an einem der Anschlusssegmente an, so verzog sich die Stirnplatte des Brückensegmentes im Bereich des Brückenwiderlagers um 5 mm. Die Brücke ist nicht in der Lage diese Druckkräfte aufzunehmen, Schäden wären unvermeidlich. Daher mussten Aussteifungen her. Diese wurden in Form einer Überblattung auf die zwei vorhandenen Querspanten geleimt. Am Segmentende wurden sie bis unter das Brückenwiderlager hoch gezogen und mit der Stirnplatte verschraubt.


Das überarbeitete Brückensegment mit den zwei Längsspanten.

Das Ergebnis ist eine vollständige Versteifung. Die Stirnplatte bewegt sich wenn Kraft aufgebracht wird nun nicht mehr. Jetzt erinnert das Segment sehr an die Unterkonstruktionen für Heimanlagen, die in einigen Fachbüchern vorgeschlagen wird.


Durch die Längsspanten ist das Brückensegment jetzt so stabil, dass man das Anschlusssegment ohne Durchängen daran befestigen kann.

Die weiteren Arbeiten an den Anschlusssegmenten sind die bekannten Arbeitsschritte, um den Gleisbau vorzubereiten. An Stelle der über viele Jahre verwendeten Korkbettung wird als Bettung 4 mm starkes Sperrholz aufgeleimt. Unter die Trassenbretter habe ich zur Aussteifung noch 15 mm starke und 30 mm hohe Aussteifungen geleimt. Das kann im gleichen Arbeitsschritt erfolgen wie das Aufleimen der Bettungen.


Viele Zwingen sind für die Montage der Bettungen und unteren Aussteifungen nötig.

Auch das Adaptermodul konnte nun entstehen. Dieses Holz lag ebenfalls schon bereit.


Durch den Adapter von Damm auf F96 ist die Modulgruppe auch für das gängigste Modulprofil kompatibel.

Dann war, nach dem Verspachteln der außen sichtbaren Schrauben, die Lackierung dran. Erst alles weiß grundieren, dann die Außenseiten anschleifen, mit Terpentin abwaschen und mit dem braunen Vorlack (mit der Rolle) lackieren.


Alle Segmente der Modulgruppe erstrahlen kurz vor Weihnachten frisch lackiert in Nussbraun.

Der Verlauf des Kanals wird, wie beim Vorbild, in einem Winkel von 23° zum Bahngleis hergestellt. Dadurch mussten Teile der Wasserfläche auf den Anschlusssegmenten dargestellt werden. Bei meiner eigenen kleinen Kanalbrücke hatte ich bereits die Darstellung des Wasser auf klaren Polystyrolplatten mit einseitiger Riffelung erfolgreich angewendet. Zur Gewichtsersparnis habe ich dieses mal an Stelle von 5 eine 2,5 mm starke Platte gewählt. Auch diese lässt sich mit einer langsam laufenden Stichsäge schneiden. Durch das Probeweise Auflegen des "Wassers" kann man sich nun schon besser vorstellen, wie die Modulgruppe einmal wirken wird.


Erstmals sind die Segmente miteinander verbunden und alle Wasserflächen zur Probe aufgelegt.

Die Modulbeine mussten noch zugeschnitten werden. Die 20 mm Alubeine wurden auf eine Länge von 1,20 m gekürzt, leider wiedermal Spezialbeine. Fertig aufgebaut mit Adapter hat die Modulgruppe nun eine Länge von knapp 3,60 m. Damit ist es die längste Modulgruppe, abgesehen vom Bahnhof Membach, die wir am MEC jemals hatten.


Die komplette Modulgruppe bei der Stellprobe in unserem Werkraum.

Da wir, um die Jugendlichen möglichst viel zu beteiligen, nur 2 Stunden je Woche an der Modulgruppe arbeiten, geht der Bau leider recht schleppend voran. Aber wir sind ja nicht auf der Flucht. Die nächsten Arbeitsschritte sind: Fertigstellung des Wassers, Einbau Wattenscheider, Gleisbau, Elektrik und dann geht es mit dem Geländebau los. Trotzdem können wir nicht abwarten die Brücke erstmals zu befahren.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

FremOld Treffen Leipzig 2017

Der erste Advent ist im Fremo alljährlich ein Epoche II Wochenende. In Dreiskau-Muckern nahm ich wieder am Treffen in der Mehrzweckhalle auf dem Gutshof teil. Thema war das Jahr 1927/1928. Meine Mitgift war nur meine Landwirtschaftskurve, ein Waggon und einige Kutschen und Pkw als Dekoration. Die anderen hatten da größer aufgefahren.


Ein PmG (Personenzug mit Güterbeförderung) mit einigen Stückgutwagen auf der zweigleisigen Strecke.

Das Arrangement bestand aus einem komplett zweigleisigen Außenring ohne Oberleitung. Vom Bahnhof Dörpen zweigte der Böhmische Streckenast zur Zeche Hrabova, dem Bahnhof Loket und dem Schattenbahnhof Petrov ab. Holstedt war der betriebliche Mittelpunkt mit Zugbildungsaufgaben für verschiedene Verkehre. Auf freier Strecke kurz vor dem Schattenbahnhof zweigte eine eingleisige Strecke auf die Nebenbahn zum Hafen Wilhelmsburg mit dem Kirchenpauerkai, über Klausthal und Willischtal ab. Von Klausthal zweigte noch eine kurze Schmalspurstrecke ab.


Holstedt hatte die Aufgabe die Stückgüt-, Vieh- und Milchverkehre zu verteilen.

Die Verteilung der Güter erfolgte mit einigen Nahgüterzügen, einem Sammler und einem Verteiler je Fahrplan. Dazu kamen einige Durchgehende- und Ganzgüterzüge.


Der Nahgüterzug von der Nebenbahn zum Schattenbahnhof war stets an seiner Lastgrenze.

Eine große Bereicherung waren die Umläufe mit Pmg, also Güterzügen mit Personenbeförderung. Diese pendelten zwischen dem kleinen Schattenbahnhof Königsfeld (am Abzweig hinter Willischtal) und Holstedt, wo die jeweiligen Güterfrachten durch die Ortslok in den Personenzug eingestellt bzw. abgezogen wurden. Es gab Fahrten nur mit Postwagen, mit Viehwagen, mit Stückgutwagen und Milchwagen. Dabei zeigte sich sehr deutlich, welche Fahrdienstleister die Unterlagen vor Eintreffen des Zuges gut studiert hatten, oder aber bei der Ankunft des PmG hektisch begannen, die einzustellenden Wagen aus der hintersten Ecke heraus zu rangieren.


Auch am Abzweig musste ein Stückgutwagen zugestellt werden. Dies war Aufgabe des Triebwagenpendels zwischen Klausthal und Wilhelmsburg.

Die eingesetzten Fahrzeuge waren wieder sehr schön anzusehen. Nach der Elektrotraktion im Jahr 2016 war wieder König Dampf die bestimmende Fahrzeuggattung. Aber auch einige Verbrennungstriebwagen waren im Einsatz. Sehr viele schöne Personenzuggarnituren waren im Einsatz. Leider hatten die Besitzer noch nichts an deren Innereien unternommen. Ich würde mir für die Zukunft lange Züge mit Fahrgästen und etwas Innengestaltung wünschen!


Der Triebwagenpendel zwischen Dörpen und Petrov macht im wunderschönen Bahnhof Loket halt.

Der Fahrplan war zweigeteilt. Es gab einen Vor- und einen Nachmittagsfahrplan, jeweils von 4-13 und von 13-22 Uhr. Am Wochenende wurden 7 Fahrpläne, also 3 1/2 Tage gespielt. Aufgrund der recht humanen Zeitbeschleunigung mit Faktor 3 bis 4 (aufgrund der langen Strecken und langsamen Fahrzeuge war mehr nicht nötig) hielt sich der Stress beim Rangieren in Grenzen, ohne dabei Langeweile zu verursachen.


An der Zeche Hrabova stehen die Kohleganzzüge zur Beladung bereit.

Unterkunft und Verpflegung im Gutshof waren wie immer gut. Drei Mahlzeiten pro Tag hielten die Teilnehmer bei Laune.


Der Kirchenpauerkai mit Waggonkipper der Firma DEMAG.

Auch 2018 habe ich eine Teilnahme fest eingeplant, gern auch wieder mit mehr Material. Vielleicht wage ich mich ja noch an ein Stück zweigleisige Strecke heran, damit Holstedt nicht immer die Hauptlast tragen muss...

Noch ein paar mehr Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie Leipzig 2017

Sonntag, 26. November 2017

Varianten des Packwagens Pwgs41

Einer meiner Lieblinge bei den Waggons ist der Pwgs41. Dieser Güterzugbegleitwagen wurde 1941 in insgesamt 700 Exemplaren mit leichten Veränderungen durch die DRG gebaut. Nach den in Massen gebauten Pwg preußisch 13 und 14, insgesamt über 10.000 Exemplare wurden von diesen gebaut, gab es damit von den Pwgs41 nur eine vergleichsweise geringe Stückzahl. Die knapp 300 nach dem Krieg vorhandenen Wagen hielten sich aber bis in die späten 80er Jahren im Bestand der Bundesbahn. Da es sich um den letzten "richtigen" Güterzugbegleitwagen mit Komfort für das Personal handelte, erfreute er sich großer Beliebtheit und überlebte die beiden Nachfolger Pwgs44 und 54, die aus normalen G-Wagen abgeleitet wurden, um Jahrzehnte. Daher sind diese Wagen vielen Eisenbahnfreunden heute noch in Erinnerung, besonders für einige Einsätze als Steuerwagen.

Drei Hauptvarianten wurden gebaut, die ich anhand meiner Modelle einmal vorstellen möchte:


Der in 26 Exemplaren gebaute Pwgs41 mit Stromlinienkanzel. Modell abgeleitet von Märklin/Trix. Die Kanzel einstand im Eigenbau.

Der Pwgs 41 mit Stromlinienkanzel war noch stark an den Pwgs38 angelehnt, mit denen Begleitwagen für den beschleunigten Güterverkehr mit 100 km/h erprobt wurden. Die Stromlinienform hatte dabei keine aerodynamische Bewandnis, entsprach jedoch dem Zeitgeist.


Die nachfolgende Variante verfügte über eine eckige Dachkanzel. Mit dieser wurden knapp 400 Stück produziert. Auch dieses Modell ist eines von Märklin/Trix.

Die nächste Variante war etwas vereinfacht und verfügte über ein Fenster weniger. Auffälliger ist jedoch die nun eckige Kanzel.


Der zuletzte gebaute Pwgs41 ohne Dachkanzel. Später wurden bei der Bundesbahn alle vorhandenen Wagen auf diesen Stand zurückgebaut. Das Modell ist ein Bausatz von Weinert Modellbau.

Mit Fortschreiten des Krieges wurden die spät gebauten Wagen weiter vereinfacht. Neben Änderungen bei der Inneneinrichtung entfiel nun die Kanzel zur Beobachtung den Zuges komplett. Später wurden bei der Bundesbahn die Kanzeln bei regulären Revisionen demontiert, wenn diese undicht oder nicht mehr betriebssicher waren. (Sachdaten aus Stefan Carstens "Güterwagen Band 6")

Dem Modellbahner stehen in Spur H0 Modelle von Weinert und Märklin/Trix zur Verfügung. Das Weinert Modell, ein Messingbausatz, ist sehr gelungen. Bei einem Wagen im dreistelligen Preisbereich ist das aber zu erwarten. Leider nur ohne Dachkanzel, dafür aber auch als Steuerwagen erhältlich.

Den Mätrix-Wagen ist sowohl im aktuellen Programm, als auch auf Börsen erhältlich, meist sogar im einstelligen Preisbereich. Es gibt ihn mit eckiger Dachkanzel, oder ohne. Einen absoluten Tiefpunkt der Göttinger Modellbahngeschichte stellt hier aber das Fahrwerk dar. Neben der bei Märklin üblichen 1,5 mm Höhendifferenz, die nur über die Achshalterbleche heraus geholt wurde, ist der Rahmen völlig vermurkst.


Vergleich eines Wagens mit umgebauten Achshaltern (links) mit der ursprünglichen Ausführung (rechts).

Anstatt den Rahmen einfach vom Bereich unterhalb der eingezogen Türen nach hinten zu verlängern wurde ein neuer Verlauf erfunden, der jeweils um 1,5 mm zu weit innen liegt. Dadurch stehen die ohnehin schon zu hohen Achshalter weit vor diesem Rahmen.


Der Rahmen wurde von Märklin (unten), hier zum Vergleich das Weinert Modell (oben), um 3 mm zu schmal gebaut.

Mit diesem Lapsus habe ich lange gelebt, doch als mir neulich ein weiterer Wagen mit eckiger Kanzel in die Hände fiel habe ich mich noch einmal mit dem Thema beschäftigt. Ermutigt durch einen Artikel im Fremo-Hp1 mussten beide Fahrwerke dran glauben.

Der erste Schritt bei diesem Umbau ist das Durchbohren der Achshalter, um diese später verstiften zu können. Dabei nehme ich in Kauf den Bereich oberhalb der Federpakete nicht zu durchbrechen, erreiche aber beim Zusammenbau eine größere Stabilität.


Durchbohren der Grundplatte und Achshalter durch die vorhandenen Löcher.

Dann habe ich mit der Roco-Säge oberhalb der Scharken, die eine gute Führung geben, die Achshalter abgesägt und anschließend die am preudo-Rahmen verbleiben Reste abgeschnitten und glatt geschliffen. Zum Verstiften nehme ich gekürzte 1 mm Nägel, zum Kleben Stabilit Express.


Die mit Stabilit Express aufgeklebten Achshalter.


Von oben sind die Achshalter mit Nägeln verstiftet.

Die zweite Baustelle ist wie beschrieben der Rahmen. Dieser muss weiter nach außen. Das mache ich mit 1,6 mm hohen Streifen aus Polystyrol in den Stärken 1,5 bzw. 0,75 mm. Dafür müssen die Rippenstützen vom alten Rahmen aus gesehen um 1,5 mm durchbrochen werden. Dann habe ich die passend geschnittenen 1,5 mm Streifen einfach eingeschoben und verklebt. Vor den Achshaltern kommen die 0,75 mm starken Streifen zum Einsatz. Stoßen kann man die Streifen am besten hinter den Rippenstützen, dann fallen die Trennfugen weniger auf. Am vorderen Wagenende reicht es bis 1 mm über das Achhalterblech hinaus zu verlängern, denn der an der Außenseite verlaufende Rahmen ist bei Mätrix am Wagenkasten angespritzt.


Die zwischen alten Rahmen und Rippenstützen eingeschobenen Polystyrolstreifen.

Dann fehlt nur noch etwas schwarze Farbe, und schon ist der Fehler mit vergleichbar geringem Aufwand beseitigt.


Nun liegen die Achshalter hinter dem Rahmen.

Damit kann sich meine Packwagen Flotte wieder sehen lassen, mit etwas Patina und einigen Accesoires vom AW-Lingen lassen sich die Wagen mit Rangierertritten und -Bügeln zusätzlich aufwerten.


Pwgs41-Parade in Ondrup. Das nächste Fremotreffen kann kommen.

Vielleicht zeige ich in Zukunft noch ein paar Packwagenmodelle, ein paar habe ich noch.

Natürlich haben sich auch schon andere Modellbahner des Mätrix-Wagens angenommen, wie der ebenfalls sehr gelungene Umbau bei Tobias Meyers Bf Vierlinden zeigt.

Sonntag, 19. November 2017

3. Modellbaumesse in Velen-Ramsdorf

Nach drei Jahren wurde mal wieder die Modellbaumesse in Velen-Ramsdorf veranstaltet, die dritte dieser Art. Der Modelleisenbahnclub Dülmen wurde erneut eingeladen und erhielt in der Thesingbachhalle genug Platz, um ein representatives Modularrangement aufzubauen.


Gesamtansicht des Modulaufbaus des Modelleisenbahnclub Dülmen.

Um mit dem Platz auszukommen wurde dieses mal ein Aufbau in Schneckenform gewählt. So wurde einer der Schattenbahnhöfe in den Innenraum verlagert.


Der Schattenbahnhof Spiekerhof stand in der Mitte des Arrangements.

Die Strecke hatte drei Bahnhöfe. Zunächst Bülthausen von Oliver Rasch, danach die Bahnhöfe Membach und Merfeld des MEC-Dülmen.


Viel los ist hier am Bahnübergang in Bülthausen. Sowohl Weichen als auch die Schranke werden hier mechanisch bewegt.

Angefahren wurden die Stationen von Personen-, Eil- und D-Zügen. Daneben gab es einen Ganzgüterzug zur Bedienung der Formsandverladung in Bülthausen und einige Ganzgüterzüge, die zwischen den Schattenbahnhöfen pendelten. Für die Spielsüchtigen gab es einige Nahgüterzüge, mit denen in den Bahnhöfen rangiert und Frachten zugestellt bzw. abgeholt werden mussten.


Ein Ganzgüterzug in Form eines Militärzuges mit Panzerhaubitzen im Bahnhof Membach.

Die Fahrzeuge wurden dieses mal zu meiner großen Freude fast epochenrein ausgewählt. Wir begannen mit Fahrzeugen der Epoche II (1919-1928), wechselten nach dem zweiten Fahrplan auf die Epoche III(1949-1968) und im Laufe des Sonntags dann auf Epoche IV (1968-1989).


Der Güterzug, der hier den Haverlandweg überquert, ist schon mit einer Garnitur der Epoche IV, also 1970er Jahre, besetzt.

Ein großer Erfolg war die Veranstaltung für unserer Jugendgruppe. Zu Spitzenzeiten wurde die Anlage von 8 Jugendlichen bedient. Da war für uns Erwachsene fast keine Aufgabe mehr da! Sowohl das mechanische Hebelstellwerk von Bülthausen, als auch die Rangierarbeiten mit den Nahgüterzügen erfreuten sich großer Beliebtheit. Modellbau und Modellbahn ein alte Leute Hobby? Nicht bei uns.


Alt hilft Jung, oder doch schon anders herum? Gemeinsames Rangieren in Merfeld.

Im Gegensatz zur Veranstaltung vor 3 Jahren war die Modellbaumesse in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg. Insgesamt konnten 900 Besucher in der Thesingbachhalle begrüßt werden. Die anderen Aussteller präsentierten bis ins letzte Detail gestaltete Feuerwehrautos, ferngesteuerte Minitrucks, stellten Landwitschaftlichen Betrieb im Modell nach, spielten mit Modellbahn in der Spur 0m oder zeigten Papiermodellbau.


Zuschauer aller Altersgruppen bewundern den Betrieb in Membach.

Noch ein paar mehr Bilder von Thomas Woditsch und mir gibt es hier zu sehen: Galerie Velen 2017

Sollte die Veranstaltung in drei Jahren wieder anstehen, sind wir gern dabei.