Sonntag, 16. Juni 2019

FremOld Treffen Obermarsberg 2019

Eine Woche nach dem Großtreffen in Cloppenburg schon wieder ein Treffen. Dieses mal ging es wieder in eine andere Epoche: 1928 spielen in der Schützenhalle Peter und Paul in Obermarsberg. Die Lage unweit von Kassel ist ein guter Kompromiss für die Beteiligten aus dem Rheinland, dem Hamburger Raum und aus der Gegend um Leipzig.


Gesamtansicht des Arrangements.

Ondrup hatte seinen zweiten Treffeneinsatz in diesem Jahr. Auch viele meiner Streckenmodule kamen zum Einsatz. Ganz nebenbei hatte ich noch den Job des Verpflegungsministers. Ich hoffe alle sind satt geworden und waren mit dem Essen zufrieden. Die in der Halle vorhandene Großküche hat die Arbeit deutlich erleichtert.


Hochbetrieb in Ondrup. Auch das Sägewerk Fisch wurde teilweise von hier bedient.

Bezogen auf meinen Bahnhof hat es mich gefreut, dass immernoch so viele Mitspieler Freude daran hatten ihn zu bedienen. Aufgewertet wurde das Spiel natürlich durch die auf der Hauptbahn eingesetzte Blocktechnik, welche auch für das Jahr 1928 bereits authentisch ist.


Ein Eilzug hat in Ondrup auf Gleis 1 gerade das Signal zur Ausfahrt.

Wermutstropfen dieser Halle ist leider die sehr schlechte Beleuchtung, ein riesen Kontrast zum lichtdurchfluteten Cloppenburger Fremodrom in der Vorwoche. Die Betriebsstellenbesitzer haben diese mit diversen provisorischen Beleuchtungen ausgeglichen. Trotzdem war es immer eine Wohltat in den Betriebspausen kurz vor die Tür zu gehen, und einen kleinen Imbiss in der Sonne einzunehmen.


Die aus LED-Leuchtstäben, Modulbeinen und Obizwingen improvisierte Beleuchtung von Ondrup erfüllte ihren Zweck.

Das Arrangement bestand aus einer Hauptbahn, welche die Halle 1 1/4 mal umrundete, und einer nach innen abzweigenden Nebenbahn zum Hafen. Zwischen dem Schattenbahnhof Plagwitz und dem Abzweig Buchhorst war die Hauptbahn zweigleisig. Dort ging die Hauptbahn eingleisig über Ondrup, Sägewerk Fisch und Bülthausen zum Schattenbahnhof Emden.


Eine Vorspannleistung zum Hafen wartet an der Signalbrücke des Abzweigs Buchhorst auf Weiterfahrt.


In Bülthausen wird gleich das Stückgut am Schuppen zugestellt.

Auf der Nebenbahn ging es durch die Bahnhöfe Heiligenfeld und Eichfelden nach Wilhelmsberg. Von dort wurde der Hafen bedient, wo es Kohleimporte und Fisch zu verteilen galt.


Premiere auf einem Fremotreffen hatte der Bahnhof Heiligenfeld.


Rangiertbetrieb im Bahnhof Eichfelden.

An der niedrigen Zahl der Betriebsstellen merkt man: Es gab lange Strecken. Dadurch konnte die Zeitverkürzung auf den Faktor 3 reduziert werden. Für die Betriebsstellen gab das eine spürbare Erleichterung. Der Fahrplan war aufgeteilt in zwei Halbsession mit einer Länge von jeweils gut 4 Stunden. Dadurch konnten gebündelt die Vorbildzeiten für Güterverkehr, morgendliche Anlieferung und abendliche Abfuhr, gespielt werden. Nach dem für Großtreffen mit hoher Betriebsstellendichte typischen Randalefahrplan von Cloppenburg eine Wohltat.


Wilhelmsberg war der Endpunkt der Nebenbahn und Übergabebahnhof zur Hafenbahn.

Die Fahrpläne wurden nicht im Crewcaller Verfahren, sondern als Tagesdienstpläne vergeben. Natürlich gab es dabei einige simple Dienste, aber im Großen und Ganzen war der Anspruch der Fahrpläne sehr gleichmäßig verteilt. Auch die Betriebsstellen waren in ihrem Anspruch ausgewogen, mit leichter Stresssteigerung im Schattenbahnhof Plagwitz, wo die Bildung der Güterzüge erfolgte.

Der Kirchenpauer-Kai sorgte für die Versorgung des Arrangements mit Importkohle.

Die FremOld-Gruppe erwies sich das ganze Wochenende über wieder als pflegeleichter Verein. Die Ruhe in der Halle während der 3 stündigen Session, nur unterbrochen von gelegentlichen "Erlaubnis"-Rufen, zeugte vom entspannten Geist der fast immer herrscht. Natürlich sorgt auch die geringe Zahl der Tagesbesucher für weniger Hektik.


Der Benzoltriebwagen tuckert durch den Wald kurz vor Eichfelden.

In diesem Jahr gibt es noch zwei weitere FremOld-Treffen, Bardowick und Dreiskau-Muckern. Zumindest bei letzterem bin ich wild entschlossen teilzunehmen.

Weitere Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie FremOld Obermarsberg 2019.

Samstag, 15. Juni 2019

Fremotreffen in Cloppenburg 2019

Das Himmelfahrtswochenende ist im Fremo jedes Jahr fest für ein Großtreffen im Nordwesten verplant. Da in diesem Jahr die Halle in Petersfehn nicht zur Verfügung stand musste man auf das bekannte Fremodrom in Cloppenburg ausweichen.


Gesamtansicht des Arrangements.

Ich hatte dieses mal bewusst nicht Ondrup angemeldet, sondern habe nur Streckenmodule mitgebracht. Hauptthema: Passend zum langen Wochenende waren all meine hier im Blog gezeigten Brücken im Einsatz. Brückentag mal wörtlich genommen! Ersteinsatz hatte dabei die Dürender Dreigurtbrücke auf der zweigleisigen nicht elektifizierten Hauptbahn zwischen Püsselbüren und Brebeck Hohentor. Es gab keinerlei technische Probleme.


Die Dürener Dreigurtbrücke bei ihrem Ersteinsatz.

Auf der Strecke zwischen Greventin und den Niederlanden kam die Lüdinghauser Dreigurtbrücke zum Einsatz.


Schon ihr drittes Fremotreffen in diesem Jahr überstand die Lüdinghauser Dreigurtbrücke ohne Probleme.

Und auch die Ondruper Kanalbrücke kam zum Einsatz, und zwar zwischen Bettenhausen und Holnis.


Ein Nahgüterzug auf der Ondruper Kanalbrücke.

Endlich mal wieder auf einem Fremotreffen war der großartige Bahnhof Brebeck-Hohentor. Wir haben schon so oft von seinem letzten Einsatz gesprochen, daher glaube ich daran ihn mal wieder zu sehen. Eine tolle Gelegenheit für Fotos von Brunos Lebenswerk war es aber allemal wieder.


Ruhe vor dem Sturm: Noch sind wenige Gleise am Betriebsmittelpunkt des Güterverkehrs, Brebeck-Hohentor, belegt.


Straßenszene unter der Eisenbahnunterführung, auf der eine V60 rangiert.

Das Grundmotiv des Treffens, zeitlich angesiedelt im Jahr 1965, war der Einsatz der zweigleisigen Hauptbahn mit einem elektrifizierten und einem nicht elektrifizierten Teil zwischen den Schattenbahnhöfen Michelstadt und Meinerzhagen. Von den Bahnhöfen Rothenburg und Brebeck-Hohentor zweigten eingleisige Nebenbahnen ab. Von Rothenburg kam man über Greventin auf den Niederländischen Streckenast.


Ein großer Teil des Arrangements stellte Strecken in der Niederlanden dar.

In Brebeck-Hohentor zweigte eine Nebenstrecke zu den Bahnhöfen Bettenhausen, Holnis und Heiligenhafen ab.


Ein Personenzug am Bahnsteig von Holnis.

Ab Bettenhausen wurde der Bahnhof Willischthal bedient. Dort begann eine kurze Privatbahnstrecke mit dem Bahnhof Moorende als Endpunkt.


Ein Blickfang ist auch das Torfwerk im Bahnhof Moorende.

Ein weiteres betriebliches Highlight waren die Lokwechsel in Rothenburg. Hier wurden alle Züge von Elektischer- auf Dieseltraktion umgespannt. Diese Herausforderungen wurde von den Bahnhofsmannschaften das ganze Wochenende gestemmt. Fazit: Schöne Spielerei, aber man sollte es nicht übertreiben. Rangierzeit ist und bleibt Echtzeit.

Bahnhof Rothenburg. Bis auf den VT 11.5 sollten hier fast alle Züge einen Lokwechsel durchführen.

Auf anderen Betriebsstellen ging es da ruhiger zu. Püsselbüren z.B. wurde sowohl als Anschließer, als auch als Blockstelle zwischen Michelstadt und Brebeck-Hohentor genutzt.


Überholung in Püsselbüren.

Schön für mich war der Einsatz meines VT 11.5, den ich vor Jahren mal mit einer vollständigen Innenausstattung aufgewertet habe. Der Jüngste ist er nicht mehr, aber er hat sich tapfer durch alle 7 Fahrpläne geschlagen und dabei ca. 1,5 echte km abgespult. Ich muss dringend mal einen Bericht über dieses Modell nachliefern.


Der VT 11.5 fährt am Bahnsteig von Brebeck-Hohentor vorbei.

Die Hallenverpflegung und die Organisation der Mahlzeiten gehört an dieser Stelle ausdrücklich gelobt. Aufgrund der großen Hitze liefen Getränke dieses mal besser als Essen. Sorry, aber bei 30°C ist Rinderkraftbrühe nicht die richtige Ernährung.
2020 geht es mit dem Himmelfahrtstreffen in Cloppenburg weiter, zumindest wenn die Halle trotz leichtem Dachschaden dann zur Verfügung steht. Dem neuen Organteam drücke ich die Daumen, dass alles so gut klappt wie bisher.

Noch ein paar mehr Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie Fremo Petersfehner Regionaltreffen in Cloppenburg 2019.

Und Videos gibt es auch. Heinz Hoffmann hat wieder Bildergalerien und Führerstandsmitfahrten veröffentlicht. Viel Spass auch damit
Führerstandsmitfahrt Michelstadt - Rothenburg
Führerstandsmitfahrt Rothenburg - Delitz
Führerstandsmitfahrt Brebeck Hohentor - Heiligenhafen Teil 1
Führerstandsmitfahrt Brebeck Hohentor - Heiligenhafen Teil 2
Führerstandsmitfahrt Brebeck Hohentor - Heiligenhafen Teil 3
Führerstandsmitfahrt Langenthal - Reinshagen
Diashow

Mittwoch, 27. März 2019

Nachbau der Dürener Dreigurtbrücke Teil 5

Wie versprochen geht es jetzt mit der Modulgruppe weiter, auf welche die Dürener Dreigurtbrücke später montiert wird. Erstmals habe ich dabei zweigleisige Module gebaut. Da die Originalbrücke in einer lang gezogenen Kurve liegt, selbst aber gerade ist, war klar welche Form die Anschlussmodule haben müssen. Um aber nicht den modellbahntypischen Effekt von am Ende eines Kurvenbogens plötzlich gerade schnackenden Zügen zu erhalten, und das beim Verlassen der Brücke dann wieder plötzliche Einlenken der Züge, wollte ich Bögen in Form von Hyperbeln bauen. Diese zeichnen sich durch konstant abnehmenden Radius aus. Somit sollen die Züge sich langsam gerade ziehen und dann langsam wieder in die Kurve legen. Auf schnöden Pony-Modulen kann man auf diese Effekt verzichten, aber hier lässt er sich in Kombination in der Brücke so schön demonstrieren. Ich konnte nicht widerstehen.


Erste Stellprobe der Modulgruppe. Der an der Brücke gegen Unendlich laufende Radius des Bogens ist zu erkennen.

Freund Oliver hat mir in Ermangelung eines funktionierenden CAD-Programm die Modulgeometrie konstriert. Grundmaterial ist bei diesem Modulbau 10 mm Pappelsperrholz. Das Einsparen von Gewicht war bei dieser Modulgruppe ein Thema. Die sich daraus ergebende Flexibilität ist im Betrieb zu verkraften und hat sich bei anderen Modulen mit diesem Material bewährt. Auch das Trassenbrett besteht aus 10 mm Sperrholz, ist aber von unten mit einem 3 cm hohen Steg versteift.


Die dreiteilige Modulgruppe mit den zwei eingesetzten Brücken.

Das Brückensegment ist auf der Unterseite mit einer durchgehenden Platte versehen, auf welcher das Wasser, dieses mal auch nur 0,25 cm stark, verlegt wird. Die Grundplatte ist von unten auch mit zwei das gesamte Modul ausfüllenden Spanten versehen. Trotzdem ist die Verwindung dieses Kastens beachtlich, und hörte erst nach dem Einbau der Bogenbrücke auf, welche ich ja genau aus diesem Grund so solide konstruiert habe.


Grundplatte und zwei durchlaufende Längsspanten auf der Unterseite des Mittelsegmentes.

Als sehr ambitioniert erwies sich dann die Idee, auf dem in der Vorbildsituation westlich gelegenen Segment auch die Marienweilerstraße mit Unterführung unter der Bahnstrecke darzustellen. Zwar habe ich die Spanten, welche das Trassenbrett an den Schnittkanten tragen, vor dem Durchtrennen der Fahrbahn eingbaut. Der gesamte Segmentkasten stand aber so unter Spannung, das es zu einer seitlichen Verschiebung von ca. 8 mm kam. Einen Teil dieses Problems konnte ich durch konstuktive Maßnahmen wieder aufheben. Der Rest fällt durch die Anpassung des Gleisverlaufes nicht weiter auf.


Die (nicht dem Vorbild entsprechende) Unterführung Marienweilerstraße.

Nachdem alle Segmentübergänge aneinander angepasst waren konnte die Grundierung und Lackierung erfolgen. Endlich wieder in schwarz, der einzig wahren Modulfarbe.


Alle drei Segmente der Modulgruppe nach dem Grundieren aufgestapelt zum Trocknen.


Frisch gestrichenes Mittelsegment.

Irgendwie bin ich aber dann beim Holzbau hängen geblieben und habe mir gedacht ein paar Streckenmodule mit wechselnden Modulstirnbrettern, so genannte Joker, könnten nicht schaden. So habe ich zwei Module mit Radien von 11,25° und Gleislängen von ca. einem Meter gebaut, die es mir jetzt ermöglichen die eigentlich an beiden Enden mit 2D02 ausgestattete Brückengruppe auch optional mit 2E02 Enden anzubieten. Wird dieses Feature nicht benötigt, so können die beiden vollwertigen Module auch an anderer Stelle im Arrangment eingesetzt werden.


Der noch nicht gefüllte Modulrahmen beim Gleisbau.


Mit Styrodur gefüllt und im hinteren Teil bereits gespachtelt.

Dann ging es an die Gleisverlegung, zunächst zum Üben auf den Kurvenmodulen. Um den Gleisabstand mit 46 mm korrekt hinzubekommen standen mit als Hilfsmittel die gelaserte Profillehre von Willi Winsen und die geliehene "Hamburger Walze", eine aus einem Aluzylinder gedrehte rollende Profillehre, zur Verfügung. Die Walze ist für diesen Zweck eine absolule Offenbarung. Das zweite Gleis verlegt sich damit wie von selbst. Auf sonstige Hilfsmittel habe ich wie immer verzichtet. Die Radien habe ich vom Ausdruck des Trassenbrettes auf das mit 4 mm Bettungsbrettchen aus Sperrholz erhöhte Trassenbrett durchgepaust. Nach dem Anlöten der Kabel und Vorverzinnen der auf die Messingschrauben in den Stirnbrettern zu lötenden Gleisenden wurde Schwellenrost und Bettung mit Pattex bestrichen und das ganze schnell aufgelegt. Die grobe Ausrichtung erfolgte entlang der Linie, dann wurden die Enden an den geköpften Messingschrauben verlötet. Zuletzt wurde das Gleis nach Augenmaß fein justiert und endgültig aufgedruckt. Wer mag kann für das Verlegen der Gleise passende Lehren anfertigen lassen. Ich finde das unnötig. Da wir meist von der Seite auf Module schauen und die Kurven in oft nicht übermäßig sorgfältig betrachteten Streckenteilen liegen, sind kleine Abweichungen zu verkraften.


Mit der "Hamburger Walze" wird der Gleisabstand von 46 mm exakt parallel ausgerichtet.

Die Modulelektrik ist auch ein ewig schwehlender Streitpunkt im Fremo. Ich finde die aktuelle Normung mit an Kabeln baumelnden Buchsen falsch und nutze die klassische fest am Modul verschraubte Buchse direkt unter dem Gleis am Modulende. Dafür sind meine Stecker weiterhin an 50 cm langen Kabeln montiert. Bei zweigleisigen Module ist stets eine doppelte Verkabelung herzustellen, um die Funktion des Streckenblocks zu ermöglichen. Als Kabel habe ich 1,5 mm² verwendet, und die Anschlüsse der Gleise über Lüsterklemmen hergestellt. Die Sicherung der Stecker erfolgt bei mir weiterhin über Wäscheklammern. Das ist zwar beim Abbau leicht erhöhter Aufwand, schont aber die Bananen- bzw. Büschelstecker.


Verkabelung der Module mit Steckern und Buchsen. Das Verstauen der Kabel erfordert manchmal kreative Lösungen, wie links an den zwei Umlenkungen zu sehen.

Nach dem erfolgreichen Test habe ich auch die Gleise auf den Hyperbel-Segmenten verlegt. Dabei zeigte sich auch wie exakt ich beim Bau der Brückenfahrbahn gearbeitet hatte: Fehler im Bereich von 0,5 mm. Das lässt sich unbemerkt ausgleichen. Der Einbau der Brücke über die Marienweilerstraße erfolgte parallel zum Gleisbau.


Direkt nach dem Gleisverlegung stehen die Hyperbelmodule aneinander.

Das soll es für heute gewesen sein. Beim nächsten Post geht es um die Rur, also um die Gestaltung des Wassers.

Montag, 11. Februar 2019

Fremotreffen Bad Oeynhausen 2019

Die Spielwarenmesse 2019 ist vorbei und somit fand auch wieder das Fremotreffen in Bad Oeynhausen statt. Die Sporthalle des Schulzentrums Nord glänzt dabei mittlerweile vor allem durch tolle Beleuchtung.


Gesamtansicht des Arrangements.

Das Modularrangement stellte in diesem Jahr eine eingleisige Hauptbahn mit Abzweig zu einer Anschlussbahn und Nebenbahn mit Zugleitbetrieb dar. Zwischen den Schattenbahnhöfen Spiekerhof und Westenholz lagen die Bahnhöfe Holnis und Ondrup. Der Abzweig von Holnis führte zum Bahnhof Elswerder, wo die Mühlenroda Anschlussbahn und die Zugleitstrecke zum Hafen Tief im Westen anschlossen. Ein Abzweig kurz vorm Hafen führte zum Bahnhof Bagband, wo die Übergabe zur ebenfalls vorhandenen Schmalspurbahn stattfand.


Premiere auf einem Fremotreffen hatte unsere Lüdinghauser Dreigurt-Kanalbrücke.

An Ondrup grenzten die beiden Anschließer Benteler und Asphaltmischwerk. Um diese zu bedienen war in Ondrup eine Ortslok stationiert, welche täglich zwei Übergaben nach Benteler, und eine zum Asphaltmischwerk durchführte.


Bahnhof Ondrup in der 7,40 m Variante.

Die Bildung der Nahgüterzüge erfolgte in den zwei Schattenbahnhöfen. Die Frachten für die Nebenstrecken wurden im Bahnhof Elswerder aufgeteilt. Dieser Bahnhof feiert zur Zeit ein Comeback im Fremo, befindet sich aber noch im Aufbau.


Zementzug an der alten Ondruper Kanalbrücke.

Das Zementwerk Pegasus wurde direkt aus dem Schattenbahnhof Spiekerhof bedient, von wo dann auch die Zementfrachten verteilt wurden.


Auch mal fein. 16 m zusammenhängende Strecke, komplett durch mich erbaut, "Patrickland".

Ich hatte mal wieder kurz und bündig mit "All Inn" gemeldet, wodurch doch einige Modulmeter, 23 an der Zahl, auf- und abgebaut wurden. Dank tatkräftiger Hilfe ging das aber erfreulich zügig von statten, danke an alle Helfer!


Personenzug mit angehängtem Postwagen im Bahnhof Holnis.

Das Fahrplanbüro Harburg hatte einen wie gewohnt durchdachten und mit einigen Specials gespickten Fahrplan erstellt. Exemplarisch sei dabei ein Personenzug, welcher morgens Expressgutwagen und Post mitführte und verteilte genannte. Zum Ende des Fahrplans wurden die Wagen in umgekehrter Reihenfolge wieder eingesammelt.


Ein Ganzgüterzug mit Schotter für das Asphaltmischwerk wartet auf die Einfahrt nach Ondrup.

In Ondrup war der Betrieb mit Ortlok und Anschließern abwechslungsreich wie selten. Viel mehr geht in diesem Bahnhof nicht. Es war sehr erfreulich, dass die langen Gleise nicht nur als Kreuzungsmöglichkeit genutzt wurden, wie sonst üblich.


Das bekannte Pegasus Zementwerk. Im Vordergrund ist die im Bau befindliche Umfahrung sichtbar.

Einen Großteil meiner Energie hatte ich vor dem Treffen, unterstützt durch tatkräftige Helfer, in die Fertigstellung der Lüdinghauser Kanalbrücke und der zugehörigen Modulgruppe gesteckt. Diese kann nur als voller Erfolg gewertet werden. Auf der Brücke gab es keine Entgleisung und, wie schon bei der Jahre zurückliegenden Konzipierung erdacht, war es wirlich eine nach dem Aufbau betreuungsarme Attraktion.


Über die Kanalbrücke wurde die Anschlussstelle Benteler durch die Übergaben von Ondrup aus bedient.

Während des wie immer recht kurzen Treffens, am Freitag kann die Halle erst ab mittags genutzt werden, konnte der Fahrplan fünf mal durchgespielt werden. Die Bevorzugung der an Materialgestellung und Auf-Abbau Beteiligten bei der Vergabe der Dienste hat sich dabei bewährt. Durch einige Verzögerungen konnte zwar kein sechster Plan gefahren werden, was sich aber durch längere freie Zeiten und die Möglichkeit frei zu fahren verschmerzen ließ.


Das Asphaltmischwerk, hier mit Zementzug, wurde vom Schotterwerk durch Ganzzüge mit Material versorgt.

Die Hallenverpflegung und die Organisation der Mahlzeiten gehört an dieser Stelle ausdrücklich gelobt. Die Veranstalter hatten genug für alle und ausreichend Auswahl. Frühstück mit Uwe ist bekannt und hat mittlerweile auch Tradition.


Bahnhof Elswerder mit Abzweig zur Mühlenroda Anschlussbahn und zum Hafen.

Ich hoffe es geht im nächsten Jahr natlos weiter. Alles in allem war dieses Treffen für mich eines der Highlights der letzten Jahre.

Noch ein paar mehr Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie Fremo Portatreffen 2019.

Und Videos gibt es auch. Heinz Hoffmann hat wieder Bildergalerien und Führerstandsmitfahrten veröffentlicht. Viel Spass auch damit
Führerstandsmitfahrt Westenholz - Spiekerhof
Führerstandsmitfahrt Westenholz - Tief im Westen
Freies Fahren mit Bauzug
Diashow

Dienstag, 29. Januar 2019

Nachbau der Dürener Dreigurtbrücke Teil 4

Der Brückenrohbau der Dürender Dreigurtbrücke war fertig gestellt. Daher wurde es Zeit die Module zu bauen.
Mein Erfahrung mit den bisherigen Projekten zeigte, dass ein Hauptproblem beim Bau solcher Brücken die Stabilität der Kopfteile ist. Bei der Lüdinghauser Brücke hatte ich nachträglich Längs- und Querrippen eingebaut. Das wäre auch hier eine Lösung gewesen. Doch die Vorbildsituation ermöglicht eine anderen Ansatz. Die Dreigurtbrücke ist ein Ersatzneubau für die vorherige Steinbogenbrücke aus dem Jahr 1839. Da diese nach der Fertigstellung noch einige Zeit neben der neuen Stahlbrücke erhalten blieb baue ich sie nach und nutze sie, um die beiden Stirnbretter des Modulsegments gegeneinander auszusteifen.


Lageplan der damals bereits 90 Jahre alten Steinbogenbrücke rechts und der damals geplanten Dreigurtbrücke links, Quelle Deutsche Bauzeitung Jahrgang 1931, Heft 6.

Dazu musste ich die Wangen der Steinbogenbrücke aus zwei durchlaufenden 10 mm Holzplatten bauen. Nach dem zuschneiden der Platten habe ich die Brückenbogen anhand der Vorbildfotos (Pläne lagen mir keine vor) aufgezeichnet. Um die Bögen deckungsgleich herzustellen habe ich beiden Platten miteinander verschraubt und so auf der Bandsäge ausgeschnitten. Die Innenwände der Bögen entstanden ebenfalls aus 10 mm Sperrholz, die obere Abdeckung und die Brüstung aus 4 mm Sperrholz.


Rohbau der Brücke.

Die Strompfeiler sind ein auffälliges Detail der Vorbildbrücke. Sie enstanden aus zwei lagen 10 mm, und einer Abdeckung aus 4 mm Sperrholz. Sie verdecken die Schraublöcher. Für die Bögen habe ich 4 mm Sperrholz gewässert und vorgebogen. Eigentlich dachte ich, die Biegung würde sich einfach von allein herstellen und sich mit etwas Leim fixieren lassen. Aber das ging nicht. Daher habe ich die gebogenen Sperrholzteile in 1 cm lange Segmente geschnitten und einzeln eingeklebt. Das ging erstaunlich problemlos.


Hier sind die Bögen eingesetzt, die Mauerfugen geritzt und alles grundiert.

Die Brüstung entstand wieder aus 4 mm Sperrholz, die Abdeckung aus 2 mm Sperrholz. Eigentlich wollte ich die Abdeckungen aus 2 mm Polystyrol herstellen, aber die unterschiedlichen Eigenschaften der Materialien hätten keine dauerhafte Verbindung ermöglicht. So konnte ich alles mit Leim verbinden.


Rohbau der Brücke mit Brüstung. Die Lücken zwischen den Segmenten werden wie beim Vorbild mit Eisengeländern verschlossen.

Die Mauerfugen habe ich mit einer Reißnadel und Stahllineal in das weiche Holz geritzt. Das erfolgte aber nur auf der wirklich sichtbaren Seite der Steinbogenbrücke, denn die andere Seite der Brücke wird weitgehend von der Stahlbrücke verdeckt.


Rohbau der Kappen auf den Strompfeilern.

Die Kappen auf den Strompfeilern waren als nächstes dran. Ich habe diese zunächst in 3 Ebenen aus 4 mm Sperrholz im Rohbau vorgeschnitten und als Schichtmodell aufgebaut. Die Wand wurde mit Klebeband maskiert. Die Kappen habe ich dann mit Holzspachtel aus der Tube geformt.


Nach dem Aufbringen des Holzspachtels.

Um die organische Form zu erhalten habe ich einen Spachtel um den höchsten Punkt der Kappe entlang der Außenkante gedreht.


Die Masse wurde mit einem Spachtel glatt gezogen.

Anschließend wurde die Fläche mit Sandpapier glatte geschliffen. Um eine wirklich glatte Oberfläche zu erhalten wurde der gesamte Vorgang drei mal wiederholt. Nicht erwähnt habe ich bisher die an allen Stellen dauernd nötige Schleifarbeit. Sandpapier in diversen Körnungen und Feilen in unterschiedlichen Formen waren dazu nötig.


Der fertig aufgebaute Strompfeiler mit Abdeckung aus Holzspachtelmasse.

Anschließend erfolte die Farbgebung der Brücke. Nach der Grundierung habe ich zunächst alles mit einer Schicht stark verdünntem schwarzen Washing bemalt. Dann folgte ein deckende Schicht in Dunkelgrau. Da aber das Vorbild wahrscheinlich aus Sandstein bestand musste ich den Eindruck von altem Sandstein entstehen. Dafür habe ich dann sehr trockene Sandfarbe aufgetragen und diese mit dem Finger flächig verwischt. Nach einem anschließenden erneuten schwarzen Washing war ich mit dem Ergebnis zufrieden.


Die bemalte Steinbogenbrücke ist hier in noch zu hoher Position probeweise in das Modul eingesetzt.


Die Farbgebund gibt aus meiner Sicht sehr gut den Eindruck von altem Sandstein wieder.

Nun habe ich zwar vom Modulbau nicht viel gezeigt, aber wir sind mal wieder um eine Brücke reicher. Für meine erste Brücke in dieser Bauweise bin ich sehr zufrieden. Im nächsten Teil dann aber wirlich mehr zum Bau der Modulgruppe.