Mittwoch, 1. Februar 2012

Szenen auf der Ladestraße

Beim letzten Blogpost hatte ich angekündigt eine tolle Lieferung zu erwarten. Diese ist jetzt angekommen und stammt aus dem Hause Kotol. Also konnte es nun losgehen mit der Gestaltung kleiner Szenen auf der Ladestraße. Zwar war dieser Bereich vor einiger Zeit von einem Hobbykollegen als "Angenehm leer" gelobt worden (copyright by Ermel), doch ein bisschen was war wohl auch in Ondrup los.

Das ist auch genau der Punkt: Zeitgleich waren vielleicht 1 oder maximal 2 Arbeitsvorgänge in meinem kleinen Bahnhof möglich. Sich aber auf nur 2 ausgestaltete Szenen festzulegen erschien mir zu eintönig.

Wiederum von einem Hobbykollegen, dem Erbauer des absolut großartigen und unerreichten Bahnhofs Kleinhauserfehn, erhielt ich den Tip die Preiserlein mit Drahtstiften unter den Füßen zu versehen. So kann man sie in kleine und so gut wie nicht sichtbare Löcher stecken oder auch nicht.


Die Hauptprotagonisten dieses Blogposts: Mit einem 0,3 mm Handbohrer wurde eine 5 mm tiefe Bohrung ins Bein erstellt und in dieser ein Stahldrat mit Sekundenkleber befestigt.

So kann jetzt auf Ausstellungen oder Fremotreffen bei den Szenen munter durchgewechselt werden. Einige Entladesituationen, z.B. Baustoffe oder Lieferung großer Mengen gesackter Güter, müssen noch her. Trotzdem ist schon so einiges möglich!


Bäumchen wechsel dich auf der Ladestraße

Und nun begeben wir uns auf Augenhöhe mit den Jungs in 1/87.

Der gute Mann am Briketthaufen hatte eigentlich mal einen Helm auf und war im Gleisbau tätig. Jetzt hat ihn ein Skalpell auch seine Kopfhaare gekostet und die ganzen Briketts muss er auch noch aufladen. Die hat nicht die Bahn sondern ein Großhändler aus der Stadt gebracht und einfach vor der Genossenschaft abgekippt.


Viele Briketts müssen noch auf den Opel geschippt werden

Der Opel Blitz von Brekina ist einem Vorbildfoto aus dem schönen Heft "DB in den 50ern" (EJ) nachempfunden. Die Bracken entstanden aus Furnierhölzern, das Fahrzeug selbst wurde eingesifft.


Herrmann von der Genossenschaft schaut von der Rampe aus zu. Ob er vielleicht mit anpacken sollte?

Die Waage ist ja schon seit längerer Zeit für das Pferdegespann von Heinich Diekmann reserviert. Nun hat er Gesellschaft bekommen. Für einen Plausch mit Spünte aus der Nachbarschaft ist doch immernoch Zeit. Ob man sich auf ein Bierchen bei Liesbeth verabredet?


Pferdefuhrwerk auf der kleinen Waage

Eher eine Szene für den Morgen zu Betriebsbeginn ist die Beladung des Handwerker Transporters am Baustoffhandel Kock. Sand und Zement liegen schon auf der Ladefläche, fehlt nur noch etwas Dachpappe. Der L319 von Brekina wurde für diesen Zweck ein wenig zersägt. Mattlack und Dreckspuren geben den typischen Zustand solcher Fahrzeuge wieder. Freitag muss der Stift den Wage dann pflegen. Nach Feierabend selbstverständlich, sonst motzt der Alte!


Die letzten Baustoffe für den Tagesbedarf werden herangeschleppt. Der Geselle, der im Fahrerhaus wartet, könnte ruhig mal helfen.

Bei der Beladung gibts heute nur vom Feinsten: Rheinsand aus eigener Siebung, Zementsäcke von Kotol, Dachpappen von Kotol und Werkzeuge von Bavaria.


Die Ladefläche ist gut gefüllt. Über die Ladungssicherung sprechen wir lieber nicht.

Das Fachwerkgebäude vom letzten Beitrag ist jetzt von allen Seiten patiniert. Noch fehlt so etwas wie ein Firmenschild. Davor fährt ein Landwirt mit seinem ollen Leiterwagen vorbei.


Durchgangsverkehr in Ondrup. Die Ladestraße ist noch heute Teil eines landwirtschaftlichen Verbindungsweges.

Nun aber zu meinem ganzen Stolz: die Düngemittel Entladung. Zu sehen ist auf dem Vorbildfoto, wie der Dünger aus den Tdgs-Wagen über Förderbänder entladen und in schön gezogenen Haufen auf der Ladestraße zwischengelagert wird. Seit über 2 Jahren wollte ich das jetzt nachstellen.


Enladeszene aus dem Jahr 1976. (Foto Herrmann Nopto)


Die gleiche Szene im Modell. Es sind weniger Wagen und im Hintergrund sind die Gleise irgendwann zu Ende.

Das Längsförderband wurde aus dem Kibri Band und einer Kohleschütte aus dem gleichen Set gebaut. Weinert Förderbänder wären zwar mal wieder schöner, aber auch hier kann man mal wieder kurzfristig sparen um später dann doch noch was Besseres zu bestellen. Der durch die Luft fallende Dünger, wohl eine Art Kalkmehl, wurde durch Klarsichtstreifen nachempfunden.


Durch diese Konstruktion können die Haufen schön in die Länge gezogen werden.

Der Haufen hat einen Kern aus Styrodur, wurde mit Leim eingestrichen und mit etwas Staub bestreut. Diesen Vorgäng habe ich mehrfach wiederholt.

Dazu auch noch 2 Personen, die die Förderbänder bedienen und überwachen.


Herrmann und Spünte stehen vor den Förderbändern und gehen schonmal die Liste der Besteller durch. Ob die wohl mit der Fuhre für dieses Jahr auskommen?

Ich hoffe der kleine Rundgang hat gefallen, auch wenn die Eisenbahn mal wieder nur am Rande vorkam.

Dienstag, 17. Januar 2012

Lebendige Ziegelwände mit Staubfarben

Heute ist mal wieder das Fachwerkgebäude auf der Ladestraße dran. Über Vorbild und den Bau des Modells hatte ich im Februar 2011 berichtet. Dafür ist zur Zeit eine Lieferung Materialien eines Edelherstellers unterwegs. Daher müssen die Arbeiten am Haus jetzt mal abgeschlossen werden.

Vor einiger Zeit habe ich schon beim MEC Dülmen das seit gut 10 Jahren eingelagerte Set mit Staubfarben von ASOA entdeckt. Damit habe ich mich erstmal am Bahnübergang "Münsterstraße" ausgetobt. Die erzielten Effekte gefielen mir sehr gut. Als ich jetzt in alten Eisenbahnjournal Heften die Reihe "Schienen im Pflaster", Heft 10/2007 bis 9/2008, von Emmanuel Nouaillier entdeckt habe wollte ich das nachbasteln.

Zunächst habe ich mir das NOCH Patina Pulver 61165 gekauft. Mit gut 12 Euro günstig, aber die Staubmenge ist nicht die größte. Immerhin 8 x 6g und ein Stupfpinsel. Wenn ich den bisherigen Verbrauch betrachte glaube ich aber das hält ewig und 3 Zeiten.

Das rohe Gebäude war hier schon einige mal zu sehen. Es stammt aus der Anfangsphase und war das 2. Gebäude, entstand also direkt nach dem Empfangsgebäude. Hätte ich damals gewusst, was ich jetzt machen würde, hätte ich mir die Arbeit mit dem Trockenbürsten sparen können.


Die vor 2 Jahren mit der Trockenbürstmethode behandelte Wand.

Der erste Schritt ist der langwierigste, aber es lohnt sich! Nach dem Entfernen der Tore habe ich auf eine Mischunterlage die damals verwendete Farbe Ziegelrot aufgetragen. Dazu kommen Gelb und Braun (Alles Revell Aqua Color). So kann ich verschiedene Abstufungen von Ziegelrot mischen. Mit einem feinen Pinsel müssen einzelne Steine bemalt werden. Die Anzahl der Steine ist dabei egal, aber es sollten nicht zu viele in extrem dunklen oder hellen Tönen bemalt werden. Die Kunst ist dabei, die Steine nicht zu regelmäßig unregelmäßig (klingt doch logisch?) zu verteilen.


Die fertig bemalte Wand. Die grünen Spuren sind Rückstände der Tore.

Jetzt geht es los mit der Staubfarbe. Den Ton "Asche" tupfe ich kräftig auf, so dass der Staub satt in die Fugen gedrückt wird. Ohne die Ladegüter auf der Rampe wäre es einfacher gewesen.


Satt eingestaubt. Aber im nächsten Schritt wird alles wieder sichtbar.

Mit einem leicht Taschentuch müssen jetzt die überschüssigen Pigmente abgewischt werden. Dazu feuchtet man das Taschentuch leicht an und wischt damit dann durch den Zeigefinge leicht aufgedrückt über das Mauerwerk. Am besten klappt es, wenn man diagonal vorgeht, so kann man keine Fuge leer ziehen. Durch die Feuchtigkeit und den Druck wird der Staub in den Fugen fixiert. Als das abgeschlossen war habe ich die Tore wieder montiert.


Nach dem Abwischen wirkt die Wand sehr plastisch.

Je nach persönlicher Vorliebe schwächen mehrere Wischgänge den Staubschleier ab. Die unterschiedlich gefärbten Ziegel kommen jetzt wieder gut heraus, fallen aber erst auf den 2. Blick wirklich auf. So soll es sein.

Das Dach wurde schon vor einigen Tagen mit Staubfarbe behandelt. Dabei kam hauptsächlich "Ruß" zum Einsatz, aber auch etwas "Moos". Und noch etwas habe ich endlich gebaut: den Kamin. Manchmal muss ich auch die kleinen Fortschritte feiern. Zusätzlich belebt wird das Dach durch die mit Placker-Weiß aufgetupften Hinterlassenschaften von Vögeln. Besonders am Kamin habe ich damit nicht gespart, da ich annehme, dass sich Vögel auf der Kante sehr wohl fühlen.


Mit dem ebenfalls patinierten Dach kann der Baustoffhandel wieder auf dem Bahnhof aufgestellt werden.

Auch die Unterkanten der Tore, die besonders gern verschmutzen und gammeln, wurden mit etwas Ruß eingefärbt.


Die andere Gebäudehälfte. Besonders am Kamin haben Vögel Spuren hinterlassen.

Wenn ich den Bahnhof wieder aufbaue freue ich mich schon sehr auf die erste Stellprobe. Aber zunächst sind noch 2 Wände zu behandeln, und auch die Rückseite muss nach wie vor gestaltet werden. Davon dann im nächsten Beitrag mehr.

Freitag, 30. Dezember 2011

Interne Ausstellung Dezember 2011

Vom 27.12. - 30.12.2011 veranstaltete der MEC Dülmen einen internen Fahrtag, bei dem eine ca. 40 m lange Modulanlage in der ehemaligen Sparkasse Wedeler in Dülmen aufgebaut wurde. Dabei wurde zwischen den Bahnhöfen Spiekerhof und Dülmen eine eingleisige Hauptbahn betrieben. Dort wurden die Züge mit dem Zugmeldeverfahren, das heißt mit Zugmeldungen zwischen den Fahrdienstleitern, gefahren.


Mal wieder viel Betrieb auf der Ondruper Ladestraße

Im weiteren Streckenverlauf wurde der vereinfachte Nebenbahnbetrieb nach dem Zugleitverfahren durchgeführt. Dabei überwacht ein Zugleiter den Verkehr zwischen allen Stationen und kommuniziert für die Zugmannschaften mit den Bahnhöfen außerhalb der Nebenbahn.


Ein Ganzgüterzug mit Formsand aus Bülthausen durchfährt Ondrup

Die Nebenbahn reichte von Dülmen über Ondrup und Membach bis zum Endbahnhof Bülthausen. An jedem Bahnhof mussten die Zugmannschaften dem Zugleiter Ankunftsmeldungen machen und danach nach den Angaben im Fahrplan bzw. den Weisungen des Zugleiters den Betrieb in den Bahnhöfen, also Kreuzungen mit anderen Zügen und Rangierarbeiten, selbständig durchführen.


Eine Eilzuggarnitur verlässt Ondrup in Richtung Dülmen

Den Vereinsmitgliedern des MEC Dülmen wurde noch einmal die Gelegenheit geboten den Fahrzeugen reichlich Auslauf zu verschaffen. Der Bahnhof Ondrup wurde in der kürzesten Version (6,40 m) eingesetzt, um lange Umlaufzeiten bei den Rangierarbeiten zu vermeiden.


Ladestraße und Bahnhofsvorplatz

Am Bahnhof Ondrup wurden keine großen Veränderungen mehr vorgenommen, lediglich an einigen Stellen wurde weiter ausgestaltet bzw. neue Ausgestaltungsmaterialien, vor allem Fahrzeuge, präsentiert.


Claas Europa Mähdrescher (MoMiniatur) am Genossenschaftsschuppen. Die Erntezeit scheint kurz bevor zu stehen.


Der an der Rampe stehende Opel Blitz erhielt Erhöhungen für die Bracken, und das feine Fahrrad von Weinert für die Fahrt zur Ladestraße muss hier auch erwähnt werden.

Dank der Lektüre vieler interessanter Berichte zu verschiedenen Verfahren des "weathering" oder "ageing" (verwittern oder altern) konnte ich mir neue Kenntnisse aneignen, die ich an offenen Baustellen meines Bahnhofs einsetzen konnte. Eigentlich werden dazu keine Spezialfarben benötigt. Nur etwas Fingerspitzengefühl und das Selbstvertrauen es einfach mal zu versuchen.


Endlich farblich gestaltet wurde die Rangierbude "auf Gleis 3", die in den vergangenen fast 2 Jahren immer etwas zu neu aussah.

Die Ausfahrsignale wurden dieses mal durch H-Tafeln Ne 5 ersetzt. Signale sind für den Zugleitbetrieb nicht nötig, da die Fahraufträge telefonisch oder auf mündliche Weisung hin gegeben werden.


An Stelle der Ausfahrsignale waren H-Tafeln für den Zugleitbetrieb eingesetzt. Ein weitere Vorteil der Wattenscheider Signalschächte.

Die Einfahrsignale wurden durch Trapeztafeln Ne 1 ersetzt. Je nach Fahrplan und Fahrauftrag des Zugleiters fahren die Züge an dieser Tafel vorbei oder warten vor ihr, um Kontakt mit der bereits im Bahnhof befindlichen Zugmannschaft aufzunehmen. Im Vorbild geschieht dies durch Lautsignale mit den Pfeifen der Lok. Auch im Modell lässt sich dies, wenn die Loks einen Sounddekoder haben, umsetzen. Auch dieses kleine Detail hat und viel Spass beim Spielen verschafft.


Die Trapeztafel an Stelle des Einfahrsignales wird von einer Übergabe passiert

Die wichtigste Rolle kommt dem Zugleiter zu. Er erteilt den Zugmannschaften fernmündlich über Telefone (ja, auch bei uns im Modell!) die Fahraufträge. In seinem Zugmeldebuch werden die Befehle in einem Liniendiagramm dokumentiert. Rote waagerechte Striche sind Zugfahrten. Die Strecke ist dadurch belegt und darf von keinem anderen Zug befahren werden. Über die Linie wird die Zugnummer vermerkt und am Anfang die Abfahrtszeit. Am Ende wird entweder durch einen Pfeil vermerkt, ob der Zug direkt einfahren darf oder durch einen senkrechten Strich, ob er nur bis zur Trapeztafel vorgelassen wird.


Das Meldebuch des Zugleiters. Zug 5462 hat die Strecke Dülmen-Ondrup wieder frei gemeldet. 4581 hat Order in Membach einzufahren und 5462 muss an der Trapeztafel davor zu warten, bis die Mannschaft von 4581 ihm die Erlaubnis gibt einzufahren.

Ist der Zug eingefahren wird dies vom Zugpersonal selbst oder von der Zugmannschaft des mit den Fahrdienstleiteraufgaben betrauten Zuges an den Zugleiter gemeldet. Erst dann wird die Strecke, auf der der Zug unterwegs war diagonal in Grün gekennzeichnet. Startpunkt der Linie ist die Abfahrtszeit, Endpunkt die Ankunftszeit, die numerisch vermerkt wird. Erst jetzt ist die Strecke wieder frei, und die nächste Fahrt kann dort stattfinden.

Wirklich glücklich ist ein Betrieb nach dem vereinfachten Zugleitverfahren in Ondrup nicht, da die Sicherung der Bahnübergänge nicht realistisch möglich ist, und die Länge des Bahnhofs unnötig lange Rangierzeiten verursacht. Den Mitgliedern des MEC sollte aber dennoch die Gelegenheit gegeben werden erstmals einen Betrieb nach diesem Verfahren durchzuführen. Der Vorteil: Auch bei geringer Personaldecke konnte nach Fahrplan gefahren werden. Gegenüber den sonst oft 8-9 nötigen Personen reichten nun 6 Personen aus. Während der 4 Tage konnten so 7 Fahrpläne vollendet werden, begonnen mit Fahrzeugen der Epoche II bis hin zur Epoche IV.

Mehr Bilder gibt es in der "Treffengalerie FFT 2011" des MEC Dülmen zu sehen.

Mittwoch, 16. November 2011

Signale

Sie gehören zu jeder Bahnanlage. Es gibt viele verschiedene Bauformen. Fehlen sie ist der Betrieb, im Vorbild und Modell, sehr beschwerlich. Durch die Sicherungstechnik können Signale immer nur in einer Richtung auf Fahrt gestellt werden. Eine fast unfehlbare meist sogar mechanische Einrichtung.


Formsignale unterschiedlicher Größe in verschiedenen Bahnhöfen.

Seit der DRG der 20er Jahre wurden die Signale einheitlich bezeichnet. In Richtung der Kilometrierung der Strecke hatten die Signale die Bezeichnungen: a für das Vorsignal, A, P, N und F waren die Hauptsignale und f für das andere Vorsignal. A und F sind die Einfahrtsignale, P und N die Ausfahrten. Sind von den jeweiligen Signalen mehrere vorhanden wurden Nummern angehängt. Typisch für Kreuzungsbahnhöfe auf eingleisigen Strecken waren also die Signalebezeichnungen a und A, P1 und P2, N1 und N2, F und f.

Ondrup hatte bis zuletzt, auch noch als Blockstelle, Formsignale. Im den Auszügen aus dem Gleisplänen sind auch hier die Bezeichnungen der Signale abzulesen:


Die Signale des Bahnhofs Ondrup im Lageplan, zur Übersicht zusammengeschnitten.

Natürlich verfügte auch Ondrup über Vorsignale jeweils 300 m vor den Einfahrtsignalen. Da dies aber im Modell 3,5 m entspräche habe ich vorerst vom Bau dieser Signale abgesehen, denn der Abstand zwischen den Betriebsstellen ist oft zu kurz. Aus diesem Grund sind Vorsignale auf Fremomodulanlagen noch eher die Ausnahme.

Daher waren 6 Hauptsignale im Ondrup Modell umzusetzen. Für die Ausfahrten benötigte ich jeweils ein Schmalmastsignal für den Gleiszwischenraum und eines mit normalem Mast. P1 und N2 mussten also Schmalmasten sein, P2 und N1 normale Gittermasten. P2 und N2 können die Begriffe Hp0 und Hp1 anzeigen, P1 und N1 die Begriffe Hp0 und Hp2. Die Signale haben also 2 Begriffe. A und F müssen 3 Begriffe können, denn sie müssen neben Hp0 entweder Hp1 für die Einfahrt nach Gleis 2 oder oder Hp2 für die Einfahrt nach Gleis 1 können.

Im Fremo geht man nicht davon aus, dass jeder Bahnhof eigene Module mit den Einfahrsignalen mitbringt. Zudem würde das für den Arrangementplaner weitere Einschränkungen hinsichtlich Trassierung und der Geländeübergänge bedeuten.
Daher wurde ein genormter Signalschacht geschaffen. Dieser trägt den Namen "Wattenscheider Schacht", nach dem Tagesbruch der im Jahr 1996 nahe einer Bahnstrecke in Bochum-Wattenscheid eine Doppelgarage verschlang. Ein Bahnhofserbauer muss nun nur noch seine Einfahrtsignale in die dafür vorgesehenen Signalträger einbauen und ein ausreichend langes Kabel (max. 5 m von der Einfahrtweiche aus) mitbringen. Die Schächte sind in vielen Streckenmodulen verbaut und werden, falls nicht benötigt, mit einem der Umgebung entsprechend gestalteten Stopfen verschlossen.

Die Wattenscheider Schächte kommen in Ondrup auch innerhalb des Bahnhofes für die Ausfahrtsignale zum Einsatz. Für den Transport können die Signale so entfernt und sicher verwahrt transportiert werden. Hinzu kommt, dass so auch ein Betrieb des Bahnhofes ohne Hauptsignale im Zugleitbetrieb möglich wird. An Stelle der Signale treten dann Trapeztafeln und Fernsprecher.


Die in Signalträger montierten Viessmann-Signale

Signale werden im Maßstab 1:87 von mehreren Firmen angeboten. Die bekanntesten kommen von Weinert und Viessmann. Die Weinert-Signale sind sehr filigran und es gibt sie in verschiedenen Längen. Allerdings nur als Bausatz. Dazu muss der Antrieb für den Einbau in einen Wattenscheider Signalträger umgebaut werden.
Viessmann hat nur eine Masthöhe. Dafür sind es aber Fertigmodelle, die zudem robuster sind als die der Konkurrenz und deren Antrieb, zumindest bei den einbegriffigen Signalen, in den Träger passt. Die Masten der Viessmänner sind nicht ganz so fein wie die Weinertteile.

Da ich zu der Zeit des Baus des Bahnhofes beim Bau von Metallbausätzen noch lange nicht so ambitioniert war entschied ich mich für die Viessmann Signale. Für den Einbau der Einfahrtsignale in die Signalhalter mit 2 Antrieben für die 3 Signalbegriffe mussten diese mit der Flex aufgeweitet werden. Heute gibt es sie als gefräste Bauteile.


Mein erster Laubsägekasten als Transportbox mit Sicherungen aus Styrodurblöcken

Beim Transport werden die Signale in einer Holzschachtel aufbewahrt. Diese Schachtel habe ich zum 6. oder 7. Geburtstag bekommen. Damals war sie mein erster Laubsägekasten. Jetzt sind alle Werkzeughalterungen entfernt. Dafür habe ich neue Halterungen installiert. Beim Schließen der Schachtel werden die Signalträger von Styrodurblöcken, die in den Flügeltüren angebracht sind, fest an ihrem Platz gehalten. Verschlossen wird die Schachtel durch einen Druckknopf.


Im Rohbauzustand montierter Signalschacht nach Fremonorm

Angeschlossen werden die Signale über 8-polige Westernstecker. 8-polig deshalb, weil die Loconet-Verkabelung für die Digitale Steuerung von Fremodul-Anlagen aus 6-poligen Steckern und Leitungen besteht. Eine Verwechslung könnte die Signale oder auch die Digitalanlage beschädigen. Die beiden äußeren Pins des Steckers werden nicht belegt.


Stellprobe der Signale N1 (hier ist P1 gesteckt) und N2 nach dem Einbau der Styrodurlandschaftshaut

Die Signalträger werden an den Spanten der Segmentkästen befestigt. Das kann durch Verschrauben oder Verkleben erfolgen.

Im Vorbild werden die Signale über die in einem früheren Bericht beschriebenen Stelldrähte bewegt. Die Ansteuerung der Signale erfolgt immer von hinten. Daher müssen die Drähte an den Ausfahrtsignalen erst an den Signalen vorbei geführt werden. Die Imitationen der Kabelkanäle queren dann die Gleise (dafür muss man schon beim Verlegen der Gleise aufpassen, dass die Schwellen genau gegenüber liegen!) und treffen von hinten auf der Flucht des Antriebskasten auf die Signale.


Die vorbildliche Nachbildung der Signalansteuerung. Die Kabelkanäle wurden mit Regenrinnen imitiert.


Einfahrt auf Gleis 1 am Stellwerk Ondrup West, welches die Signale N2 und N1 bediente


Die Ausfahrtsignale P1 und P2

Die in beliebige Wattenscheider-Schächte steckbaren Einfahrtsignale erleichtern dem Planer die Arrangementkonstruktion und erleichtern den Transport des Betriebsstellen Besitzers.


Einfahrtsignal A eingebaut im Wattenscheider Signalschacht im Modul "Autobahn" des MEC Dülmen

Die Ansteuerung der Signale kann natürlich so nicht mehr vorbildlich dargestellt werden. Ich führe die Stelldrähte bis zu Außenkante des Moduls. Den Rest muss man sich in seiner Phantasie vorstellen.


Einfahrsignal F im Normschacht meines 22,5° Kurvenmoduls "Pumpe"

In Zukunft werde ich die meisten meiner Module mit Signalschächten ausstatten. Im Fremo wurden schon viele hundert Schächte, als Bausätze oder Fertigteile, seit einiger Zeit auch in der neuen "Slim" Version, verkauft. Noch lässte der Einsatz etwas zu wünschen übrig. Langfristig wünsche ich mir eine noch höhere Dichte.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Durch die Tür geschaut

Nach meinem September Post kam von einem Leser die Frage, ob man nicht mal einen Blick ins Innere meiner Gebäude werfen könne.

Ohne große Worte lade ich Sie ein, einen Blick hinein zu werfen.


Im Fachwerkschuppen des Baustoffhandels kann auch mal ein Brett zugesägt werden

Die Säge im Schuppen stammt von Faller Set Nr. 180604.


Der gesackte Düngervorrat im Lagerhaus der Genossenschaft ist gut gefüllt. Hier kamen die Sackgruppen von Müller zum Einsatz.


Allerhand verschiedene Güter für den täglichen Gebrauch lagern im Dienstraum der Genossenschaft

Das Stahlregal im Dienstraum stammt auch aus dem Set Nr. 180604 von Faller. Es ist nicht besonders filigran, aber im Hintergrund erfüllt es seinen Zweck.


Auch im Hauptlager liegen Dünger und Saatgut für die Landwirte bereit

Die Kisten stammen fast alle von Preiser.

Auch das Empfangsgebäude wurde innen gestaltet. Die Fenster sind leider etwas klein. Trotzdem kann man im Innern einiges entdecken.


Im Stellwerk Ondrup Fahrdienstleiter stehen alle Hebel in Grundposition. Der Fahrdienstleiter telefoniert gerade, also werden die Hebel gleich bewegt.

Die Hebelbank ist eine komplette Eigenkonstruktion aus Karton. Die runden Teile habe ich mit einem Locheisen ausgestanzt. Die Hebel habe ich mit dem Cuttermesser ausgeschnitten. Auch das Blockwerk ist aus dickem Karton. Der Schreibtisch natürlich von Preiser, woher sonst...


In der Dienstwohnung in der 1. Etage lässt es sich bestimmt gut wohnen

Die Inneneinrichtung wurde mit den Noch Sets 14832 und 14833 gestaltet. Mittlerweile gibts da auch etwas schönes von Preiser, aber zu modern. Für meine Epoche sind die Noch Sets genau richtig, sogar mit Nierentisch im Wohnzimmer.

Der Vollständigkeit halber auch noch einmal der Stückgutschuppen, den ich schon im Beitrag über das Fremo-Treffen in Petersfehn gezeigt habe.


Im Stückgutschuppen wird eine Boxpalette (Hersteller AW-Lingen) beladen

Montag, 26. September 2011

Ausgestaltung der Güterschuppen

Die Ausstattung der Güterschuppen erfolgte nach 2 Gesichtspunkten: Es sollte typisch für einen Landbahnhof der 60er Jahre sein und ungefähr den Gütern entsprechen, die nachweislich am Bahnhof Ondrup gehandelt wurden.

Klar war also: Säcke, Säcke und nochmal Säcke mussten es sein.


Gesamtansicht der Ladestraßenszene mit eingeschalteter Beleuchtung

Bei der nötigen Qualität der Säcke ist der Standort entscheidend. Die Säcke im Hintergrund, also die in größerer Menge in den Schuppen gelagerten, müssen keine besonderen Feinheiten aufweisen. Auf der Intermodellbau fand ich bei der Firma Müller, die sich auf allerhand Resin-Guß spezialisiert hat, Säcke in Gruppen. Durch abwechslungsreiche Bemalung wirken die Säcke schon viel mehr wie einzelne Säcke.


Bemalter Säckeblock der Firma Müller mit einzelnen Preiser Säcken. Besonders die durch Türen oder Fenster sichtbaren Fronten müssen verschiedenfarbig sein.

Für einzelne Säcke innerhalb des Schuppen kamen die schon sehr in die Jahre gekommenen Säcke von Preiser zum Einsatz. Die Formen sind sehr monoton und sie wirken sehr glatt.


Sack von Preiser. Durch die glatte Fläche wirkt er ein wenig wie ein Kaubonbon. Ihren Zweck erfüllen sie trotzdem.

Einzelne Säcke, die im Freien stehen oder liegen, habe ich mit Blechsäcken von Weinert dargestellt. Bei genauem Hinsehen sind sie mit einem Stoffmuster geprägt. Außerdem sind sie individuell geformt, so dass man mehrere Säcke zusammenstellen kann, und es fällt nicht auf, dass alle Säcke Zwillinge sind.


Weißmetall Sack von Weinert. Die feine Oberfläche ist bemerkenswert. Ich bin von den Teilen auf jeden Fall begeistert.


Der Genossenschaftsschuppen. Die in der Luft schwebenden Stützen der Rampe haben endlich Fundamente erhalten.


Das Kalklager. Auch ein Fass darf hier und da nicht fehlen.


Die Gestaltung des Fachwerkschuppens war schon einige Male im Bild zu sehen.

Auch die Milchkannen stammen von Weinert, einige andere Details aus der Bastelkiste. Ein Grasbüschelchen hier und da, und schon sieht alles lebendiger aus.


Die gesamte Szenerie mit eingeschalteter Beleuchtung

Die Innenbeleuchtung habe ich wieder mit den Waggon-Beleuchtungen von Viessmann gebaut. Die teilbaren Platinen 50700 mit warmweißen LED kann ich an die Stromversorgung des Bahnhofes anschließen. Die bisher immer einzeln zu transportierenden Dächer sind jetzt endlich an den Gebäuden befestigt.


Aktivität auf der Ladestraße. Für diverse Szenerien muss ich noch Material zusammenstellen, so wirkt das ganze noch sehr leer.

Nebenbei habe ich noch die Arbeiten an einem Weinert Pwg 14 der Bundesbahn ohne Dachaufsatz abgeschlossen. Dieser Messingbausatz hat mich zwar zwischenzeitlich einige Nerven gekostet, trotzdem hat der Bau viel Spass gemacht. Auch wenn er rein garnichts mit Ondrup zu tun hat und wahrscheinlich nie im Münsterland unterwegs war musste ich ihn haben. Warum? Weil er einfach geil ist!


Ganz am (Bild-)Rand möchte ich hier noch meinen Weinert Pwg 14 zeigen, ein schönes Modell