Sonntag, 23. August 2015

Stellwerk Buldern Bf: Herr über vier Telefone

Nachdem die Außenhülle des EG des Bahnhofs Buldern stand ging es an den Innenausbau. Zum Glück gibt es einige Innenaufnahmen aus der Anfangszeit. Diese habe ich zum Vorbild genommen um den Arbeitsplatz im Stellwerk nachzustellen.


Fahrdienstleiter Paul Effing im nagelneuen Dr Stellwerk Buldern Bf, ca. 1960. (Foto Paul Effing, Sammlung Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern)

Die Hauptaufgabe des Fahrdienstleiters von Buldern war das Telefonieren. Dafür gab es 4 Telefone. Ein großes OB inkl. Klappenuntersatz mit Verbindung zu den Nachbarbahnhöfen und allen Nebenstellen des Bahnhofes, ein normales Posttelefon, ein Basa Telefon zur Kommunikation mit anderen Betriebsstellen außerhalb des eigenen Streckenastes und Basa-Bez., eine Mischung aus OB und Basa.


Die fertig zusammengebauten Telefone, immerhin fünf handgeschnitzte Teile je Apparat.

Mein Problem: Wo bekommt man Modell-Telefone her? Und dann gleich so viele... Ich kenne zwar Telefone von Stangel, weiß aber nicht, ob es die in H0 gibt. Außerdem hatte ich keine Lust auf Lieferzeiten. In Frage kam also mal wieder nur: Selber machen! Polystyrol ist geduldig. Grundmaterial waren Runde Profile von 1,2 (für den Handgriff) und 1,6 mm (für die Hör- und Sprechmuschel und die Wählscheibe) und 2 mm Platten. Den Korpus habe ich gefeilt, wobei ich nicht auf eine leichte Kröpfung an Seiten und Rücken verzichtet habe.


Fertig bemalte Telefone bereit zum Einbau.

Der Hörer entstand durch das Anbohren der 1,6 mm Stangen von der Seite. In die Bohrung kam dann das 1,2 mm Stück mit einer Länge von ca. 3 mm. Nach dem Trocknen des Klebers die 1,6 mm Stange auf Höhe des 1,2 mm Handgriffs abschneiden, fertig ist der Hörer. Die Wählscheibe besteht einfach nur aus einer sehr fein von der 1,6 mm Stange geschnittenen Platte.

Die anderen Teile entstanden entweder aus Uralten Kibri Büroeinrichtungs-Sets oder wiederum aus Polystyrol. Zu Bauen waren noch das Stellpult, ein mysteriöses Bedienpult mit Druckknöpfen, ein Bedienpult für die Anrufschranken neben dem Stellpult, eine Uhr und herumliegende Unterlagen.


Der fertig bestückte Arbeitsplatz. Etwas zu groß sind die Telefone leider. Kleiner kann ich aber nicht, irgendwann ist Schluss.

Das Stellpult konnte ich, dank eines Bildes von der Drehscheibe, mit dem Laserdrucker 5,5 mm hoch (mit Rahmen) ausdrucken. Auf ein holzfarben bemaltes und schräg gefeiltes Polystyrol-Klötzchen geklebt macht das einen guten Eindruck. Der Einfachheit halber habe ich kein komplettes Pult konstruiert, wie eigentlich im Vorbild vorhanden, sondern einen Kibri Tisch umfunktioniert.


Über die Schulter des Fahrdienstleiters geschaut sah es in Bf früher so aus.


Aus der Vogelperspektive sieht man, dass fast alle Einrichtungen des Stellwerks sitzend zu erreichen sind.

Ein Spitzlingsrest und das übliche Schnitzwerk ergaben den Nachbau des Anrufschrankenpultes. Genau so das unbekannte Bedienpult und die Uhr, auf die ich noch 2 Zeiger aufgezittert habe.


Das Smartfon als Dach missbraucht um die Inneneinrichtung auszuleuchten: Ein Blick durch das Fenster.

Schon in den letzten Tagen habe ich auch den Grobausbau des Stellwerkes vorgenommen. Zuerst habe ich die Wände, entsprechend des Vorbildes, auf ca. 4 mm aufgedoppelt und Fensterbänke montiert. Donnerstag gab es eine Treppe, Freitag die Stahlstützen, die das Dach in den Ecken der Kanzel halten. Problematisch war es diese Stützen senkrecht auszurichten. Hat aber geklappt. Es sind 1 mm Messingstangen. Gestern kam dann das Treppengeländer (Brückengeländer von Weinert) und der Einbauschrank in der Ecke vorm Kamin.

Hier werden auch die weiteren Neuerungen in der Kanzel gut sichtbar: Das Treppengeländer und der Einbauschrank.

Zuletzt kann ich noch vermelden, dass der zuletzt gegebene Buchstabenmangel aufgelöst werden konnte. Zwar hatte ich ein nettes Angebot aus Bremen, habe mich dann aber schnell zum selber machen entschieden. Die Buchstaben "Bf" für "Buldern Fahrdienstleiter" prangen nun auch an den Seiten der Kanzel. Die Rundungen habe ich dabei zuerst gebohrt, und dann die 0,5 mm Platten mit dem Cuttermesser ausgeschnitzt. Für längere Worte taugt das Verfahren aber überhaupt nicht.


Der aktuelle Zustand des EG: Von Außen sieht man nur die Buchstaben "Bf" und die Stützen in den Ecken der Kanzel als Veränderungen zur Vorwoche.

Es gibt noch einige Details zum Austoben. Ich berichte weiter!


Auch beim Vorbild wird aktuell noch an der Kanzel gewerkelt. Uwe, Markus und Michael sind fleißig dabei. Nach der neuen Verglasung im Februar 2014 wird wohl bis Weihnachten die Sanierung des gesamten Raumes und der Treppe abgeschlossen werden.

Edit: Ich habe den Telefonen wohl ein wenig viele Wählscheiben spendiert. Drei der Geräte haben keine Wählscheiben sondern nur Knopfbatterien, sogenannte "Untersätze". Fürs nächste mal vielleicht.

Montag, 17. August 2015

Der Blick in die Nachbarschaft: Bahnhof Buldern

Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen auf dieser Seite auch meine anderen Modellbahnprojekte zu zeigen. Freut euch also demnächst auch auf andere Bahnhöfe aus der Region, Streckenmodule, Güterwagen, Triebwagen und Modellautos. Natürlich werde ich auch weiter über Veränderungen und Treffenbesuche von Ondrup berichten.

Lange Zeit war es fest geplant, nun habe ich angefangen und aufgrund des miesen Wetters auch schnell durchgezogen: Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Buldern.


Das Empfangsgebäude von Buldern nach der Rettung durch die Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern, EfBB.

Zunächst kurz etwas zum Vorbild: Der Bahnhof Buldern wurde 1878 an der schon 1870 eingeweihten Strecke Münster Wanne-Eickel errichtet. Anfangs war es ein einfaches Fachwerkgebäude mit kleinem Güterschuppen und Stellwerksvorbau. 1956 wurde dieses Gebäude durch ein damals brandneues Stellwerk mit Lorenz 20 Technik ersetzt. Auch das Stellwerk Buldern Ost an der anderen Seite des Bahnhofes, Budern Ost, wurde damit überflüssig und wurde mitsamt damals noch vorhandenem Wasserhaus abgebrochen. Vom ersten Stellwerksgebäude blieben nur einige Fachwerkgefache und der in der Zwischenzeit verlängerte Güterschuppen erhalten. Das Gebäude von 1956 ist ein verschachteltes Konstrukt aus Stellwerk, Büroräumen, Fahrkartenausgabe und Wartehalle. 1998 ging der Bahnhof außer Betrieb, die Weichen wurden schnell aus und die Gleise zurück gebaut, 2007 verschwanden die letzten. Heute ist Buldern nur ein Haltepunkt. Der früher vorhandene Bahnübergang direkt neben dem EG wurde durch eine Unterführung ersetzt. Der Streckenabschnitt wird von Dülmen aus dem Estw gesteuert. Diverse Vorbildaufnahmen kann man auf der Vereinsseite finden: Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern


Kurz nach der Fertigstellung ca. 1956 kam der Chic der Nachkriegszeit noch richtig zur Geltung.

2011 wurden die Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern gegründet und der Stadt Dülmen das zum Abriss zur Schaffung von Parkplätzen vorgesehene Gebäude abgekauft. Die eigentlich gesunde Bausubstanz wurde seitdem entrümpelt, entkernt und komplett neu ausgebaut. Seit 2014 ist der Fortschritt auch von außen sichtbar. Nach und nach wurden die Fenster neu verglast und die Verbretterungen entfernt.


Auf der Straßenseite befindet sich heute eine P+R Anlage.


Beim Neubau des EG waren Bürgersteige noch nicht en vouge. Der Bahnhofvorplatz ging fließend in die Ladestraße über.

Der Modellnachbau gestaltet sich, im Gegensatz zu Ondrup und Merfeld, auf der einen Seite wesentlich leichter, weil das Vorbild noch erhalten ist. Allerdings kann man sich viel mehr an Details austoben, weil man leicht vom Vorbild abkupfern kann. Das dachte ich zumindest bis gestern. Da habe ich festgestellt, dass der einzige Lageplan der mir vorlag falsch war. Die Flachzange von Architekt hatte sich um einen Meter vermessen. Das ist jetzt aber ausgebessert.
Aufgrund der Hanglage des Gebäudes hängt die Tür zur Wartehalle noch in der Luft, während vorne das Niveau des Bahnhofsvorplatzes schon fast erreicht ist. Die Mauerplatten im Kreuzverband sind von Auhagen, die im Läuferverband von Vollmer N.


Das Modell von der Gleisseite aus gesehen. Die kleinen Fenster erhalten alle noch von innen Gardinen.

Für den Nachbau greife ich wie gewohnt auf Polystyrol-Platten zurück. Zum einen Mauerplatten von Auhagen und Vollmer, zum anderen Platten und Profile in verschiedenen Stärken aus dem Bastelbedarf. Verarbeiten kann man das Material mit Feile und Cuttermesser, geklebt wird mit Revell.


Ich hatte tatsächlich Buchstaben in meinem Fundus! Sie stammen von der alten Vollmer Konditorei Bäckerei.

Die Wartehalle ist quasi das Puppenstübchen des Bahnhofs. Ich habe mich diese mal für eine Sandwichbauweise entschieden. Tragendes Element sind doppelt ausgeschnittene 0,5 mm Polystyrolplatten, aus denen die Fenster ausgeschnitten werden. Zwischen diese beiden Schichten habe ich die Klarschichtschicht geklebt. Stürze und Verklinkerungen wurden von Außen aufgeklebt.

Nachdem sich die Bauweise bei der Wartehalle bewehrt hat habe ich die Methode auch an der Kanzel übertragen. 4 Stunden, dann waren alle Teile ausgeschnitten. Treue Helfer bei dieser Arbeit sind Taschenrechner und Messschieber, bin denen ich alle Maße auf den Bauplatten anreiße.


Von der Straßenseite aus kann man gut in die Wartehalle sehen.

Innen habe ich die Fliesen nachgestellt. Sie sind nicht maßstäblich, aber ich habe einen fast passenden Spritzling gefunden und hatte einfach keine Lust mehr weiter zu suchen.


Der Blick in die Wartehalle auf, links, den alten Fahrkartenschalter und, rechts, dem Zugang zu Kanzel und Keller (noch nicht vorhanden).


Auch die Fensterbänke ruhen auf diesen wunderbaren Fliesen.

Einige Bauschritte habe ich unter Projekt Lokbahnhof gezeigt. Schaut also auch dort mal vorbei.


Hier sieht man noch, wo ich das gesamte Gebäude verbreitert habe. An der ungestalteten Stelle wird bald die Güterhalle angebaut.

Mittelfristig soll übrigens nicht nur das EG, sondern auch der gesamte Bahnhof nachgebaut werden. Das wird aber ein Projekt des MEC Dülmen werden. Ich bin nur der Hausbau-Profi.

Bald geht es weiter, man liest sich!

Dienstag, 10. Februar 2015

Epoche 2 spielen in Oeynhausen

Nach einem Haufen privater Termine in Herbst und Winter beginnt mitte Januar endlich wieder die Fremo-Saison.

Am Wochenende nach der Spielwarenmesse in Nürnberg steht traditionell das Portatreffen in Bad Oeynhausen an. Seit einigen Jahren findet dies im Schulzentrum Nord statt. Noch 2014 wurde auf einem eher übersichtlichen Arrangement gespielt.

Doch dieses Jahr ist die Veranstaltung richtig in Fahrt gekommen. Erstmals wurde in der kleinen Halle auf 2 Anlagen gespielt. Ein recht umfangreiches und verschlungenes H0-RE Arrangement wurde von einem Epoche 2 Arrangement umschlungen. Aus Interesse und wegen der Aussicht interessante Fahrzeuge fahren zu sehen habe ich mich mit Ondrup der Epoche 2 Gruppe angeschlossen.


Die gut gefüllte Halle in Bad Oeynhausen 2015.

Die Strecke umfasste die Bahnhöfe Westenholz (Schattenbahnhof), Ondrup, Pappelau (Brauerei), Volkersdorf, Bülthausen, Virchowstraße (Industrieabzweig) und Schikagow (Schattenbahnhof).


Eine P 4.2, Reichsbahnnummer BR 36, mit einem Personenzug in Ondrup. Diese Maschinen waren in großer Stückzahl im gesamten deutschen Reich zu finden, also bestimmt auch häufig im Ondrup des frühen 20. Jahrhunderts anzutreffen.

Der dargestellte Zeitraum sind die 1920er Jahre. Damals war noch Wagenmaterial der Länderbahnen in alter Farbgebung, aber auch schon Fahrzeuge in der neuen einheitlichen Reichsbahnlackierung alltäglich.


Eine P 6, Reichsbahnnummer BR 37, war im leichten Güterzugdienst eingesetzt.

Das Betreibskonzept war für mich etwas Neues. Gespielt wurde nach der Modellzeit von 20 bis 8 Uhr, also Nachts. Dadurch kam die Masse der Personenzüge am Beginn und am Ende des Fahrplans. In den Nachtstunden musste man sich nicht mit Fernverkehrszügen aufhalten, die den Rangierbetrieb stören.


An der Ondruper Ladestraße wurden dieses mal Wagen älterer Semester zugestellt. Bei den G-Wagen dominiert eindeutig die Bauart Kassel. Aber auch einige große Dresden wurden schon eingesetzt.

Als Verstärkung der doch recht schwachen Epoche 2 Gruppe im Nordwesten war eine Delegation aus der Leipziger Umgebung angereist, wo jedes Jahr ein gesamtes Fremotreffen dieses Thema spielt. Auch ein US-Bahner hatte einige Streckenmodule und einen Schattenbahnhof zur Verfügung gestellt.


Güterzüge wurden oft von der bei der Reichsbahn in Massen (3.100 Stück) vorhandenen preußischen G 8.1, bei der DRG BR 55.25-56, gezogen. Hier wartet ein Exemplar mit einem Nachgüterzug auf die Ausfahrt nach Bülthausen.

Ondrup konnte mit leichten Mitteln an die 20er Jahre angepasst werden, auch wenn die Stellwerksbauten beim Vorbild erst 1937 erstellt wurden. Einzig offensichtliches modernes Teil war der Traktor mit Miststreuer, der Dank (Rück-) Entwicklungshilfe aus Bülthausen weg getarnt wurde.


Zugkreuzung zweier Personenzüge mit P 4.2 und T 18. Der Temporär aufgetürmte Strohhaufen im Feld oben links tarnt den Miststreuer.

Nicht ganz zufrieden war ich mit der Postierung von Ondrup direkt vor der Wand. Die Bedienung war absolut unproblematisch. Leider war der Blick von der "Zuschauerseite" nicht möglich. Aufgrund der begrenzten Platzbedingungen in der Halle war das aber nicht zu ändern, noch kuscheliger sollte ein Fremotreffen nicht werden.


Bedienung der Ladestellen durch den Nahgüterzug mit der BR 55.

Das Thema 20er Jahre hat mich nach diesem Treffen gepackt. Hauptsächlich wegen der schönen Fahrzeuge, die von meinen Mitspielern zur Verfügung gestellt wurden. Ich muss mich da dringend mehr einarbeiten. Auch wenn ich mir keinen kompletten Fuhrpark zulegen werde, so muss zumindest die Umrüstung von Ondrup auf die Gestaltung der 20er Jahre mit wenigen Handgriffen möglich sein. Es müssen also noch ein paar mehr Pferde und Fuhrwerke her. Besonders in Bülthausen, der bei der Landschaftsgestaltung große Fortschritte gemacht hat, sieht sah das schon viel besser aus.


Ein Beschleunigter Personenzug bespannd mit einer S 10, DRG Baureihe 37, überholt den Nahgüterzug in Bülthausen.

Insgesamt gelang es uns an den 2 Tagen 4 Fahrpläne durch zu spielen. Durch das Wechseln der Fahrzeuge und den Fahrplan mit einigen gelungenen Details kam keine Langeweile auf.


Die P 4.2 legt einen kurzen Halt in Volkersdorf ein.

Auch die Epoche 3 Anlage mit Schmalspurteil und Zugleitstrecke war sehenswert, da habe ich mich aber nicht vergnügt. Viel mehr Fotos gibt es wie gewohnt in meiner Treffengalerie, wo sich viele Bilder des Epoche 2 und noch mehr des Epoche 3 Arrangements finden.

Samstag, 13. September 2014

2. Modellbaumesse in Velen-Ramsdorf

Der Modelleisenbahnclub Dülmen hat an der "Zweiten Velener Modellbaumesse" teilgenommen. Neben dem Bahnhof Dülmen und dem in den letzten 2 Jahren neu gebauten Bahnhof Merfeld wurde auch der Bahnhof Ondrup präsentiert. Die über 50 m lange Anlage kam bei den Zuschauern gut an.

Leider war die Veranstaltung dieses mal nicht ein so großer Erfolg wie vor 2 Jahren. Die Grenze von 1000 Besuchern konnte nicht gesprengt werden.

Die Thesingbachhalle zeigte sich dieses mal deutlich aufgeräumter. Die Gäste wurden direkt am Eingang von der Anlage der MEC Dülmen empfangen.


Der Fahrplan machte viel Spass und die zunehmende Nutzung von Loks mit Sound war für die Zuschauer ein zusätzliches Unterhaltungselement.


Ein Akkutriebwagen beschleunigt aus dem Bahnhof Ondrup heraus in Richtung Dülmen.


Die Quadratschädel sind los. Ein 634 in o/b am Bahnsteig von Ondrup.


In Dülmen trafen sich eine Heulboje und ein VT24. Die Fahrpläne wurden annähernd Epochenrein gefahren.


Blick von der Dülmener Waage auf das Gleisfeld. Dülmen war der Dreh- und Angelpunkt des Güterverkehrs. Von hier aus verkehrten die Ngs und Übergaben für Merfeld und Ondrup.


In Dülmen hat sich auch wieder etwas getan. Die Erweiterung an der Ausfahrt in Richtung Ondrup stellt ein Feld und den Bahnübergang Reckmann dar.


Merfeld wurde fast fertig gestaltet präsentiert. Eine BR24 steht am Bahnsteig in Richtung Dülmen. Langsam füllt sich auch der Schrottplatz.


Die bekannten Streckenmodule des MEC Dülmen waren auch wieder dabei. Hier überquert der 634 die Brücke über die Baustelle der A43.


Die 21 der WLE beförderte einen Gag der Quarzwerke Haltern.

Wer Lust auf noch mehr Bilder von unserer Anlage hat kann sich die gemeinsame Galerie von Thomas Woditsch und mir anschauen: Galerie Velen 2014

Das war Velen 2014. Eine sehr angenehme Veranstaltung. Wir kommen gern wieder.

Sonntag, 18. Mai 2014

Die Bahnsteiguhr

Jetzt ist es also passiert. Nachdem ich den Ondrup Blog über Jahre mit Neuigkeiten versorgen konnte, sind mir im letzten Herbst die Themen ausgegangen. Aber ich hatte gute Gründe, denn mit Merfeld wurde für den Modelleisenbahnclub Dülmen, der jetzt in Empfangsgebäude und Stellwerk des Bahnhofs Buldern residiert, endlich auch ein eigener Bahnhof für den MEC mit Vorbild an der Westmünsterlandbahn nachgebaut.

Dabei hing doch in Ondrup seit dem letzten Post ein Thema im Raum. Auf Drehscheibe Online hatte haltepunkt ein weiteres Foto aus der Serie vom letzten Betriebstag veröffentlicht, auf dem am Bildrand tatsächlich noch eine Bahnhofsuhr zu finden war.


Auch auf Drehscheibe Online zu sehen: Den letzten Zug in Ondrup nebst Bahnsteiguhr erwischte Clemens am 29.05.1983 in Form von 624 622.

Bevor das blind nachgebaut wurde habe ich überprüft, ob die Uhr auch im Luftbild von 1961 auftaucht. Und sie tut es!


Der Pfeil zeigt den Schatten, der aufgrund der Lage genau der Uhr auf Haltepunkts Foto entspricht, nur eben 22 Jahre früher.

Also ging es jetzt (wirklich erst heute!) an den Nachbau. Die Marktanalyse hinsichtlich Produkten von der Stange brachte keine befriedigenden Ergebnisse. Weder die simplen Ausführungen noch die Luxusvarianten mit Uhrwerk von Brawa und Viessmann geben das Vorbild für mich befriedigend wieder. Charakteristisch finde ich vor allem den Mast. Achteckig ohne irgendwelche Aufweitungen. Sehr praktisch war, dass am Bahnsteig in Buldern noch ein solcher Mast, seiner Uhr beraubt, herum steht. Die Stärke des Mastes beträgt ca. 20 cm. Die Uhr hängt auf ca. 3,5 m Höhe.

Grundlage für den Mast ist ein 2 mm dickes Messingrohr. Mit einer gut gepolsterten Zwinge auf den Tischgespannt kann man dieses unter Verwendung einer flachen Feile mit acht Kanten versehen. Die Höhe des Modellmastes muss ca. 4 cm betragen.


Fest eingespannt bringt man das 2 mm Messingrohr mit der Feile in Form. Daneben liegt bereits die verwendete Uhr aus Faller-Produktion.

Die Dimensionen des Uhrgehäuses ließen mich an die simple Faller-Uhr denken, die schon beim Empfangsgebäude auf meiner Platte vorhanden war. Mit etwas Nachbearbeitung, vor allem Entgratung, geht sie schon in Ordnung.

Fertig gefeilt und bereits mit Mollak grundiert wurde der Mast.

Google fand auch schnell das passende Ziffernblatt. Bei der Farbgebung der Uhr wollte ich mich nicht von der Erinnerung an meine Kindheit verleiten lassen. Damals waren die Uhrgehäuse erst Bordeauxrot, später dann hellblau. Die Sichtung einiger Literatur mit Farbaufnahmen der 60er-Jahre brachte die Erkenntnis: Dunkelgrau war die Grundfarbe der Gehäuse.

Mit einem Durchmesser von 6,5 mm ausgedruckt und von Hand ausgeschnitten liegen die Ziffernblätter für den Einbau neben dem noch nicht lackierten Gehäuse bereit.

Der Mast bekommt mit der Rundfeile noch die passende Rundung zur Aufnahme der Uhr verpasst. Dann wird er in Betongrau lackiert und vom Rohr mit genug Reserve zum Eingraben abgeschnitten.

Fertig lackiert und zusammengesetzt liegt die Uhr bereit. Vor allem bei Lichteinfall fällt die Vorbildgetreue Form auf.

Bei der Montage ist zu beachten, dass die Ziffernblätter genau gegenüberliegend in der korrekten Stellung aufgeklebt werden. Das klaptt am besten, wenn man sich vorher den Punkt, an dem der Mast angesetzt wird, zur Orientierung markiert. Nach der Montage auf dem Mast wurde die fertige Uhr auch endlich auf dem Bahnsteig aufgestellt.

Die frisch aufgestellte Uhr hält ab jetzt die wartenden Fahrgäste über die aktuelle Uhrzeit informiert.

Was fehlt noch? Die korrekte Verglasung. Ich habe leider meinen Locheisensatz nicht gefunden, wobei ich bezweifle dort ein 6,5 mm Eisen zu finden. Der Bürolocher macht leider nur 5,5 mm. Noch ist die Uhr nur gesteckt, die Folien lassen sich also nachrüsten sobald ich die Folien Verglasung in ansprechender Qualität herstellen kann.

In ein paar Tagen ist schon wieder Aufbruch zum Fremotreffen, dieses mal geht es wieder ins Fremodrom nach Cloppenburg. Ob die Uhr wohl dort jemandem auffallen wird?

Wir sehen uns!

Montag, 16. September 2013

Quadratschädel in Ondrup

Nach und nach haben sich einige Bilder angesammelt, die allesamt am Bahnübergang bei km 37,9 aufgenommen wurden. Eine Zeitreise durch 20 Jahre, und alle Aufnahmen haben eines gemeinsam: Die Triebwagen der BR 624/634.

Mehr als 30 Jahre waren diese zwar vom Design her nicht überzeugenden, technisch und komfortmäßig aber absolut erhabenen Fahrzeuge im Münsterland im Einsatz. Auch auf der Westmünsterlandbahn waren sie die Stütze des Verkehrs, zuerst nur als E-Züge, später heruntergestuft als Regionalbahnen.

Unterstützt wurden sie oft von lokbespannten Zügen gezogen von der BR 212. Vielleicht finden sich davon auch noch ein paar Fotos bei aufmerksamen Lesern.

Und heute sind es Talente BR 643. Bis 2011 betrieben von der Prignitzer Eisenbahn, seit Dezember 2011 von fast baugleichen Fahrzeugen der DB-Regio.

Jetzt aber genug der langen Rede, schnell zurück zu den Quadratschädeln:


Am 07.07.1982 nahm Ralf Händeler den 624 668 abfahrbereit am Bahnsteig in Richtung Dortmund auf.



Auch auf Drehscheibe Online zu sehen: Den letzten Zug in Ondrup nebst Bahnsteiguhr erwischte Clemens am 29.05.1983 in Form von 624 622.



Ein Scan aus den Bahn-Regional Münsterland-Tips Sommer 1989: Einen 624er nahm Andreas Evels wahrscheinlich im April 1989 im morgendlichen Dunst von Ondrup auf.



Die Lüdinghauser Zeitung berichtete am 17.08.1991 vom nunmehr zur Blockstelle degradierten Ondruper Stellwerk, und blickt dem Stellwerker bei der Durchfahrt eines 624 über die Schulter.



Ebenfalls auf Drehscheibe Online zu sehen: Hubertus nahm wahrscheinlich 1999 oder 2000 den 634 603 auf, der in ca. 6 min Dülmen erreichen wird.



Auch 2003 waren sie noch im Einsatz, der 624er, und auch die Blockstelle Ondrup bestand noch. Bähnlefahrer Michael schickte mir aus den Südschwarzwald diese Aufnahme von 624 636.

Vielen vielen Dank an alle Fotografen für die Erlaubnis die Bilder hier zeigen zu dürfen.