Montag, 14. September 2015

Gartenumbau in Ondrup

Heute geht es, nachdem wir erfolgreich in die Nachbarschaft geblickt haben, tatsächlich mal wieder in Ondrup weiter.

Seit einem Jahr liegt mir eine Aufnahme vor, welche einen Teil der Bahnsteige, den Bahnübergang und den Eisenbahnergarten zeigt. Weil das Ondrup Modell ja eine möglichst vorbildgerechte Nachbildung des Vorbildes sein soll stand für mich fest, dass ein Umbau zumindest der Hauptmerkmal erfolgen musste.

In meinem Blogpost aus dem Jahr 2011 hatte ich schon vom Eisenbahnergarten berichtet. Jetzt ist es ihm an den Kragen gegangen. Falsch waren auch meine Informationen zu den Bansteigsperren. Zumindest nach dem Krieg gab es diese anscheinend nicht mehr.


Der Eingangsbereich des Gartens mit der Wäscheszene vor dem Umbau.

Entgegen meines 2010er Nachbaus waren die Flächen anders getrennt. Zur Straße in hatte ich eine gepflegte Hecke gepflanzt. Auf der Bahnsteigseite wurde der Garten durch wildes Strauchwerk begrenzt.


Hecke an der Straße, wildes Gebüsch zwischen Garten und Bahnsteig.

Ein weiteres Detail, welches mich schon immer störte, war die Trassierung der Straße, die aus Richtung Lüdinghausen auf die Ondrupper Chaussee trifft. Sie verlief auf das Nebengebäude des Empfangsgebäudes zu.


Der 1:87 Motorist lief Gefahr bei Bremsversagen im Stall zu landen.

Der Vorteil am Landschaftmodellbau mit Leim ist, dass man alles mit ein paar Spritzern Wasser wieder auflösen kann. Bei einem Wassereinbruch im Keller ist das fatal. Für Nachbesserungen oder Modernisierungen des Landschaftsbaus ist es von großem Vorteil. Auf dem Bild oben habe ich schon einige Wiesenflächen geflutet. Von Vorteil ist auch eine gute Archivierung von Landschaftsbaumaterialien. Zum Glück hatte ich noch alles, nun sind die Vorräte aber verbraucht.
Die Hecken wurden natürlich mit Cuttermesser gefällt. Dieses Heki-Kompaktlaub ist heutzutage schwer aufzutreiben. Und auch einige Gartenpflanzen wurden behutsam ausgegraben.


Die aufgefrischte Ansicht des Gartens. Neben dem neuen Zaun, den versetzten Hecken und dem umsortierten Garten sieht man hier den neuen Eingang zum Bahnsteig. Das Sperrenhäuschen habe ich zu einem Unterstand umfunktioniert.

Die Hecken wurden an den Bahnsteig versetzt. Sie standen zwischen der Wildhecke und den Drahtzügen. Die Schranken der Bahnsteigsperren habe ich ersatzlos gestrichen. Am Zugang zu Gleis 1 steht jetzt ein Unterstand. Der sah bestimmt anders aus (evtl. Betonhütte?), bleibt aber vor dem Auftauchen von neuen Bildern erstmal in diesem Zustand.


Es sind neue Hochspannungsleitungen gewachsen. Diese Masten standen beim Vorbild scheinbar mitten in den Beeten. Ein 624 ist mir inzwischen auch "zugefahren".

Masten für Freileitungen hatte ich noch, müsste Auhagen sein. Zaunpfosten entstanden aus Bastelhölzern und wurden Braun angemalt. Ich nehme an es war ein Maschendrahtzaun. Entsprechendes Material für eine Umsetzung in H0 muss ich mir noch besorgen. Durch das Umlegen der Straße um 3 cm nach rechts entstand noch etwas Platz, der noch mit Nutzpflanzen gefüllt werden konnte. Abschließend habe ich den Grünstreifen entlang der Straße, in dem die Zaunpfosten stehen, noch neu mit lange Grasfasern begrünt. Vor 5 Jahren stand mir noch kein Begrasungsgerät zur Verfügung. Jetzt schon. Es macht schon einen großen Unterschied, ob man die Gransfasern einfach nur aufzustreut und mit dem Staubsauger nachzurichtet, oder sie gleich senkrecht in das Leim-Wasser-Gemisch zu schießen.


Der neue Verlauf der Straße und die Erweiterung des Eisenbahnergartens auf die frei gewordene Fläche.

Alle Umbauten sind noch nicht durch. Es wird noch ein wenig Gras und Buschwerk nachgesetzt. Und an Gleis 1 Stand wahrscheinlich ein großes Bahnsteigschild auf drei Beinen, an dem zwei Ondrup-Schilder in einem Winkel von 45° montiert waren. Das muss ich aber noch absichern. Vielleicht mal eine Gelegenheit hier etwas generell mal etwas über Bahnhofsschilder zu schreiben...


Ein alter Bekannter am neu gestalteten Bahnsteig. Ein Talent der Prignitzer Eisenbahn. Die Hecke unterstreicht den Verlauf der Drahtzüge.

Für den MEC Dülmen konnte ich, zumindest meiner Meinung nach, einen Lang gehegten Wunsch erfüllen. Bei einem Modellbahnhändler sprang mir ein Brawa Talent der Prignitzer Eisenbahn ins Auge. Der ist zwar, im Gegensatz zu den bis 2011 eingesetzten Triebwagen auf der Linie RB51, nur zweiteilig, aber das nächste was der Markt bietet. Vielleicht kann man ja mal einen Mittelwagen auftreiben und diesen entsprechend umlackieren. Die Türhöhe passt glaube ich auch nicht. Es wird nicht auffallen, trotzdem ein schönes Modell, was an eine immerhin 7 jährige Episode zwischen 2004 und 2011 auf der Westmünsterlandbahn erinnert.


VRR-Logos und das falsche Zugziel werden noch verschwinden, und auch einige typische Decals müssten sich ncoh auftreiben oder herstellen lassen.

Donnerstag, 10. September 2015

Güterschuppen in Buldern Teil 2

Beim letzten Post hatte ich so etwas wie eine To Do Liste, welche Arbeitsschritte noch am Güterschuppen nötig waren. Diese Liste habe ich jetzt zu meiner Zufriedenheit abgearbeitet, so dass auch der Güterschuppen als fertig bezeichnet werden kann.

Zunächst war das Verfugen der Ausfachung dran. Das von mir verwendete Produkt stammt von H0fine, Staub Pigmentfarbe #657. Bisher habe ich solche Staubfarbe immer nur trocken aufgetragen und dann feucht abgewischt. Dieses mal habe ich die Mauerplatten zunächst eingefegt und anschließend mit dem Deozerstäuber befeuchtet.


Die mit Wasser verflüssigte Staubfarbe von H0fine.

Die so entstehende Pampe kann man mit dem Pinsel weiter in die Fugen (zur Erinnerung: zwischen Mauerplatten und Fachwerk habe ich immer eine leichte Fuge gelassen) eingearbeiten. Dieser Vorgang kann beliebig wiederholt werden, bis alle Spalte gefüllt sind.


Am besten wischt man diagonal zu den Mauerfugen, dann holt man nicht zu viel Material heraus.

Das Dach ist mal wieder eine leichtere Übung. Aus 0,5 mm Polystyrol ausgeschnitten, an den Kanten winklig geschliffen und dann verklebt. Die Dachschalung ist aus Echtholt, aber das sieht eh keiner. Rundherum kamen wieder Regenrinnen von Auhagen.


Die drei Teile des Daches. Die Schräge zum Empfangsgebäude hin entstand übrigens erst mit dem Bau des neuen EG in den 50er Jahren.

Richtig frickelig waren mal wieder die Fenster. Die sieben Rahmen habe ich aus Auhagen Fenstern zusammengeschnibbelt. Einfach in der Mitte so lange etwas weg schneiden bis es passt und dann wieder zusammen kleben. Weiß lackiert, fertig. Zunächst für nicht baubar hielt ich die Gitterstäbe vor den Fenstern, im Vorbild 5 cm dicke Eisenstangen. Die habe ich aus 0,75 mm Polystyrol-Stäben gemacht.


Die Bauteile für die Fenstergitter: 0,75 mm Stangen und 0,5 mm dicke und 1,5 mm breite Profile für die Wangen.

Die Wangen, die auch beim Vorbild die Stäbe halten, musste ich selbst herstellen. Die genauen Maße wurden angerissen. Ich habe die Teile aus der vollen Platte geschnitten, weil ich so erst bohren und dann schneiden konnte. Ich fürchte wenn man versucht die Profile zu bohren beulen diese an den Kanten zu leicht aus. Anschließend werden die Wangen lederbraun lackiert, aber nicht in den Löchern, dann kriegt man die Stangen nicht mehr hinein.


Fertig für die Montage sind hier die Einzelteile für die Gitter.

Die sechs Teile habe ich dann zusammengesteckt, auf die Fenster gelegt und die Wangen mit der Pinzette nach außen gedrückt. Zwei Tropfen Revell-Kleber je Seite, schon sitzt alles. Die Gitterstäbe habe ich nicht lackiert, denn sonst passen auch diese nicht mehr durch die Bohrungen.


Fertig montiertes Fenster mit Gitterstäben.

Tore habe ich dann auch noch gefrokelt, das aber nicht dokumentiert. Polystyrolplatten und Profile von der Stange, nichts Aufregendes. Die Eingangstür entstand auch im Selbstbau. Das Milchglas habe ich durch das Zerkratzen einer Klarsichtfolie erzeugt. Das ginge aber besser. Der Türknauf besteht aus einem 0,75 mm Stab und einem Scheibchen vom 1,2 mm Stab.


Eingangstür, Rampe, Treppe und verschiedene Fenster.

Tja, und vor der großen Bilderschau zum Schluss fällt mir noch auf, dass ich nichts zu den Rampen erzählt habe. Die sind aus 2 mm Polystyrol. Genau wie die Stützen. Für die im Vorbild 26 cm dicken Stützen habe ich durch Aufdoppeln der 2 mm Platten mit 1 mm Platten erzeugt und dann passend ausgeschnitten und winklig und auf Maß gefeilt. Die Treppen stammen aus einem Faller Tütchen und wurden mit der Roco Säge abgeschnitten.


Der weitgehend fertig Schuppen von der Gleisseite aus gesehen.

Als letzte Verzierung habe ich noch die rostige Stahlkante an der Rampe angebracht, auch dieses 0,25 x 2,00 mm Profil gabe es so zu kaufen. Sonstiger Kleinkram ist entstanden wie üblich: Kamin aus Mauerplatten, Dachbalken aus Polystyrol usw.


Auf der Straßenseite sieht es jetzt so aus. Die offenen Schuppentore schreien noch nach einer Gestaltung mit diversen Ladegütern.

Bald muss dann am Verein mit dem Bau des Bahnhofes begonnen werden. Bis dahin kommt das Modell wohl erstmal in eine Vitrine. Für die Präsentation muss ich mir noch etwas schöneres als die Styrodurklötze einfallen lassen.


Empfangsgebäude und Schuppen.

Hier im Blog geht es garantiert bald mit der nächsten Baustelle weiter, ich denke es ist noch genug zu tun.


Von der Ecke der Wartehalle, wo noch der Rammschutz aus Beton an der Spitze fehlt, sieht der Bahnhof jetzt auch aus wie der Passant ihn kennt.

Beim Vorbild geht es im Moment in der Kanzel auf zum Endspurt, zur Zeit ist die Treppe dran.

Auf Drehscheibe online sind in der letzten Woche erfreulicherweise noch Vorbildfotos aus Buldern aus dem Jahr 1988 aufgetaucht.


Ein historischer Bahnhof und moderner Bahnbetrieb. Vor unserem Vereinsheim ist auch heute noch richtig was los. 101 038-8 am 08.09.2015.

Sonntag, 30. August 2015

Güterschuppen in Buldern Teil 1

Schon der Vorgänger vom heutigen Empfangsgebäude und Stellwerk von Buldern besaß eine Güterschuppen. Dieser wurde, wahrscheinlich schon vor dem 2. Weltkrieg, in der Länge verdoppelt. Dies geschah meist in den späten 20er Jahren. Dadurch hat Buldern heute einen über 20 m langen und 4,5 m breiten Schuppen.


Der Güterschuppen von der Gleisseite aus gesehen. Die hellen Balken wurden im Zuge der Restaurierung des Bahnhofes ausgetauscht.

Aus diesem Grund hat der Schuppen 2 unterschiedliche Fachwerkmuster. Durch diverse Umbauten wurden Änderungen vorgenommen, die sich heute nicht mehr zurückdatieren lassen. Auch das Dach wurde mehrfach umgebaut, jetzt aber in den Ursprungszustand zurückversetzt.


Auf der Straßenseite befindet sich heute der P+R Parkplatz. Hier wurden weniger Balken ausgewechselt, weil die vorgefundene Substanz auf der dem Wetter abgewandten Seite besser war.

Aufgrund der sehr individuellen Bauweise des Fachwerkes war wieder nur ein kompletter Selbstbau möglich. Zuerst erfolgte ein genaues Aufmaß. Die Maße wurden umgerechnet und die Breite der Gefache festgelegt. Dann wurde die Grundform ausgeschnitten und die Maße mit dem Messschieber auf die 1 mm Polystyrolplatte übertragen.


Die fertig angerissenen Fachwerkplatten.

Dann ging es ans Ausschneiden mit dem Cuttermesser. Zur stabilisierung des nach unten offenen Fachwerkes habe ich unten einen breiten Steg stehen lassen. Je Wand gehen das schon einmal 2-3 Stunden ins Land.


Noch viel zu tun, aber man kommt da rein.


Die erste Wand ist fertig.

Es gibt einige Probleme: Bei jedem Schnit dehnt man das Polystyrol um einige zehntel mm. Daher sind die Außenkanten nachher krumm. Einzige Lösung ist das herausschneiden von dünnen Streifen aus dem waagerechten Balken und das anschließende Zusammendrücken und Kleben dieser Stellen. Anschließend habe ich die gesamten Gefache über die Feile gezogen, um die Grate zu entfernen.


Und da liegen sie, zwei fertig Wände.

Dann habe ich die Gefache Lederbraun angemalt und anschließend auf 0,5 mm stark Platten mit den gleichen Außenmaßen wie die der Gefache geklebt. Die Tore, Tür und Fenster habe ich mit dem Cuttermesser durchgepaust. Mit den nun vorhandenen 1,5 mm Wanddicke habe ich schon die vorbildgerechte Dicke erreicht, denn die Wände sind nur einen Stein dick, also ca. 13 cm.

Zeit für einen erste Stellprobe. Die Größenverhältnisse des recht stattlichen Schuppens werden jetzt deutlich.

Anschließend stand eine weitere Arbeit an, die jeweils einen Abend füllte: Die Gefache mussten mit Mauerplatten Vollmer Spur N gefüllt werden. Die habe ich einzeln zugeschnitten und auf der Feile auch noch auf 1 mm heruntergeschrubbt. Dabei muss etwas Luft zwischen Holz und Mauer bleiben, weil auch dort später noch Fugenmörtel sichtbar sein soll. Unterhalb der Rampe befindet sich das Fundement bzw die Kelleraußenwände (die ältere Hälfte des Schuppens ist unterkellert). Dieser Bereich ist im Kreuzverband gemauert, so dass hier die Auhagen Platten verbaut wurden. Vorher wird der zur Stabilisierung gedachte Streifen unten am Fachwerk entfernt. Vor dem verkleben (ich nutze weiterhin Revell) müssen die Mauerplatten angemalt werden. Und auch entgratet gehören alle Kanten.


Alle gefache fertig ausgefüllt. Die hellen Fugen sind für das spätere Enstecken der Rampen.

Die Innenwände und die Bodenplatte aus 2 mm Polystyrol, welche die Aussparungen für die Treppen erhielt, habe ich mit verschiedenen angemischten Grautönen bemalt. Dabei mussten die Gefache zumindest angedeutet auf die Innenseite übertragen werden. Da es sich um einigen staubigen Schuppen mit leicht bröselndem Putz handelt ist übertriebenen Präzision hier nicht von Nöten.


Die Innenseiten der Wände. Pure Handarbeit. Auch die Giebelseite habe ich ein wenig entsprechend des Vorbildes gestaltet.

Nach dem Einbau diverser Details wie der Treppe (ich hatte da noch ein Tütchen von Faller) war alles Bereit zum Zusammenbau der vier Sektionen. Mit vorher an die Wände geklebten Klötzchen als Auflager für die Bodenplatte war der Zusammenbau schnell geschafft.


Für Vereinsmitglieder ein vertrauter Anblick. Im Modell fehlen natürlich noch Fenster und Tore.

Zum Abschluss noch ein Überblick zum Stand der Arbeiten.


Von der Gleisseite aus gesehen.

In den nächsten Tagen stehen noch folgende Schritte an: Mauerplatten verfugen (Staubfarbe), Dach konstruieren, Dachschalung bauen, Dachbalken (zumindest die außen sichtbaren) nachstellen, Rampen basteln.


Auch das Empfangsgebäude wird jetzt vom Schuppen so verdeckt, dass es der Vorbildansicht näher kommt.

Bald geht es hier weiter.

Sonntag, 23. August 2015

Stellwerk Buldern Bf: Herr über vier Telefone

Nachdem die Außenhülle des EG des Bahnhofs Buldern stand ging es an den Innenausbau. Zum Glück gibt es einige Innenaufnahmen aus der Anfangszeit. Diese habe ich zum Vorbild genommen um den Arbeitsplatz im Stellwerk nachzustellen.


Fahrdienstleiter Paul Effing im nagelneuen Dr Stellwerk Buldern Bf, ca. 1960. (Foto Paul Effing, Sammlung Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern)

Die Hauptaufgabe des Fahrdienstleiters von Buldern war das Telefonieren. Dafür gab es 4 Telefone. Ein großes OB inkl. Klappenuntersatz mit Verbindung zu den Nachbarbahnhöfen und allen Nebenstellen des Bahnhofes, ein normales Posttelefon, ein Basa Telefon zur Kommunikation mit anderen Betriebsstellen außerhalb des eigenen Streckenastes und Basa-Bez., eine Mischung aus OB und Basa.


Die fertig zusammengebauten Telefone, immerhin fünf handgeschnitzte Teile je Apparat.

Mein Problem: Wo bekommt man Modell-Telefone her? Und dann gleich so viele... Ich kenne zwar Telefone von Stangel, weiß aber nicht, ob es die in H0 gibt. Außerdem hatte ich keine Lust auf Lieferzeiten. In Frage kam also mal wieder nur: Selber machen! Polystyrol ist geduldig. Grundmaterial waren Runde Profile von 1,2 (für den Handgriff) und 1,6 mm (für die Hör- und Sprechmuschel und die Wählscheibe) und 2 mm Platten. Den Korpus habe ich gefeilt, wobei ich nicht auf eine leichte Kröpfung an Seiten und Rücken verzichtet habe.


Fertig bemalte Telefone bereit zum Einbau.

Der Hörer entstand durch das Anbohren der 1,6 mm Stangen von der Seite. In die Bohrung kam dann das 1,2 mm Stück mit einer Länge von ca. 3 mm. Nach dem Trocknen des Klebers die 1,6 mm Stange auf Höhe des 1,2 mm Handgriffs abschneiden, fertig ist der Hörer. Die Wählscheibe besteht einfach nur aus einer sehr fein von der 1,6 mm Stange geschnittenen Platte.

Die anderen Teile entstanden entweder aus Uralten Kibri Büroeinrichtungs-Sets oder wiederum aus Polystyrol. Zu Bauen waren noch das Stellpult, ein mysteriöses Bedienpult mit Druckknöpfen, ein Bedienpult für die Anrufschranken neben dem Stellpult, eine Uhr und herumliegende Unterlagen.


Der fertig bestückte Arbeitsplatz. Etwas zu groß sind die Telefone leider. Kleiner kann ich aber nicht, irgendwann ist Schluss.

Das Stellpult konnte ich, dank eines Bildes von der Drehscheibe, mit dem Laserdrucker 5,5 mm hoch (mit Rahmen) ausdrucken. Auf ein holzfarben bemaltes und schräg gefeiltes Polystyrol-Klötzchen geklebt macht das einen guten Eindruck. Der Einfachheit halber habe ich kein komplettes Pult konstruiert, wie eigentlich im Vorbild vorhanden, sondern einen Kibri Tisch umfunktioniert.


Über die Schulter des Fahrdienstleiters geschaut sah es in Bf früher so aus.


Aus der Vogelperspektive sieht man, dass fast alle Einrichtungen des Stellwerks sitzend zu erreichen sind.

Ein Spitzlingsrest und das übliche Schnitzwerk ergaben den Nachbau des Anrufschrankenpultes. Genau so das unbekannte Bedienpult und die Uhr, auf die ich noch 2 Zeiger aufgezittert habe.


Das Smartfon als Dach missbraucht um die Inneneinrichtung auszuleuchten: Ein Blick durch das Fenster.

Schon in den letzten Tagen habe ich auch den Grobausbau des Stellwerkes vorgenommen. Zuerst habe ich die Wände, entsprechend des Vorbildes, auf ca. 4 mm aufgedoppelt und Fensterbänke montiert. Donnerstag gab es eine Treppe, Freitag die Stahlstützen, die das Dach in den Ecken der Kanzel halten. Problematisch war es diese Stützen senkrecht auszurichten. Hat aber geklappt. Es sind 1 mm Messingstangen. Gestern kam dann das Treppengeländer (Brückengeländer von Weinert) und der Einbauschrank in der Ecke vorm Kamin.

Hier werden auch die weiteren Neuerungen in der Kanzel gut sichtbar: Das Treppengeländer und der Einbauschrank.

Zuletzt kann ich noch vermelden, dass der zuletzt gegebene Buchstabenmangel aufgelöst werden konnte. Zwar hatte ich ein nettes Angebot aus Bremen, habe mich dann aber schnell zum selber machen entschieden. Die Buchstaben "Bf" für "Buldern Fahrdienstleiter" prangen nun auch an den Seiten der Kanzel. Die Rundungen habe ich dabei zuerst gebohrt, und dann die 0,5 mm Platten mit dem Cuttermesser ausgeschnitzt. Für längere Worte taugt das Verfahren aber überhaupt nicht.


Der aktuelle Zustand des EG: Von Außen sieht man nur die Buchstaben "Bf" und die Stützen in den Ecken der Kanzel als Veränderungen zur Vorwoche.

Es gibt noch einige Details zum Austoben. Ich berichte weiter!


Auch beim Vorbild wird aktuell noch an der Kanzel gewerkelt. Uwe, Markus und Michael sind fleißig dabei. Nach der neuen Verglasung im Februar 2014 wird wohl bis Weihnachten die Sanierung des gesamten Raumes und der Treppe abgeschlossen werden.

Edit: Ich habe den Telefonen wohl ein wenig viele Wählscheiben spendiert. Drei der Geräte haben keine Wählscheiben sondern nur Knopfbatterien, sogenannte "Untersätze". Fürs nächste mal vielleicht.

Montag, 17. August 2015

Der Blick in die Nachbarschaft: Bahnhof Buldern

Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen auf dieser Seite auch meine anderen Modellbahnprojekte zu zeigen. Freut euch also demnächst auch auf andere Bahnhöfe aus der Region, Streckenmodule, Güterwagen, Triebwagen und Modellautos. Natürlich werde ich auch weiter über Veränderungen und Treffenbesuche von Ondrup berichten.

Lange Zeit war es fest geplant, nun habe ich angefangen und aufgrund des miesen Wetters auch schnell durchgezogen: Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Buldern.


Das Empfangsgebäude von Buldern nach der Rettung durch die Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern, EfBB.

Zunächst kurz etwas zum Vorbild: Der Bahnhof Buldern wurde 1878 an der schon 1870 eingeweihten Strecke Münster Wanne-Eickel errichtet. Anfangs war es ein einfaches Fachwerkgebäude mit kleinem Güterschuppen und Stellwerksvorbau. 1956 wurde dieses Gebäude durch ein damals brandneues Stellwerk mit Lorenz 20 Technik ersetzt. Auch das Stellwerk Buldern Ost an der anderen Seite des Bahnhofes, Budern Ost, wurde damit überflüssig und wurde mitsamt damals noch vorhandenem Wasserhaus abgebrochen. Vom ersten Stellwerksgebäude blieben nur einige Fachwerkgefache und der in der Zwischenzeit verlängerte Güterschuppen erhalten. Das Gebäude von 1956 ist ein verschachteltes Konstrukt aus Stellwerk, Büroräumen, Fahrkartenausgabe und Wartehalle. 1998 ging der Bahnhof außer Betrieb, die Weichen wurden schnell aus und die Gleise zurück gebaut, 2007 verschwanden die letzten. Heute ist Buldern nur ein Haltepunkt. Der früher vorhandene Bahnübergang direkt neben dem EG wurde durch eine Unterführung ersetzt. Der Streckenabschnitt wird von Dülmen aus dem Estw gesteuert. Diverse Vorbildaufnahmen kann man auf der Vereinsseite finden: Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern


Kurz nach der Fertigstellung ca. 1956 kam der Chic der Nachkriegszeit noch richtig zur Geltung.

2011 wurden die Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern gegründet und der Stadt Dülmen das zum Abriss zur Schaffung von Parkplätzen vorgesehene Gebäude abgekauft. Die eigentlich gesunde Bausubstanz wurde seitdem entrümpelt, entkernt und komplett neu ausgebaut. Seit 2014 ist der Fortschritt auch von außen sichtbar. Nach und nach wurden die Fenster neu verglast und die Verbretterungen entfernt.


Auf der Straßenseite befindet sich heute eine P+R Anlage.


Beim Neubau des EG waren Bürgersteige noch nicht en vouge. Der Bahnhofvorplatz ging fließend in die Ladestraße über.

Der Modellnachbau gestaltet sich, im Gegensatz zu Ondrup und Merfeld, auf der einen Seite wesentlich leichter, weil das Vorbild noch erhalten ist. Allerdings kann man sich viel mehr an Details austoben, weil man leicht vom Vorbild abkupfern kann. Das dachte ich zumindest bis gestern. Da habe ich festgestellt, dass der einzige Lageplan der mir vorlag falsch war. Die Flachzange von Architekt hatte sich um einen Meter vermessen. Das ist jetzt aber ausgebessert.
Aufgrund der Hanglage des Gebäudes hängt die Tür zur Wartehalle noch in der Luft, während vorne das Niveau des Bahnhofsvorplatzes schon fast erreicht ist. Die Mauerplatten im Kreuzverband sind von Auhagen, die im Läuferverband von Vollmer N.


Das Modell von der Gleisseite aus gesehen. Die kleinen Fenster erhalten alle noch von innen Gardinen.

Für den Nachbau greife ich wie gewohnt auf Polystyrol-Platten zurück. Zum einen Mauerplatten von Auhagen und Vollmer, zum anderen Platten und Profile in verschiedenen Stärken aus dem Bastelbedarf. Verarbeiten kann man das Material mit Feile und Cuttermesser, geklebt wird mit Revell.


Ich hatte tatsächlich Buchstaben in meinem Fundus! Sie stammen von der alten Vollmer Konditorei Bäckerei.

Die Wartehalle ist quasi das Puppenstübchen des Bahnhofs. Ich habe mich diese mal für eine Sandwichbauweise entschieden. Tragendes Element sind doppelt ausgeschnittene 0,5 mm Polystyrolplatten, aus denen die Fenster ausgeschnitten werden. Zwischen diese beiden Schichten habe ich die Klarschichtschicht geklebt. Stürze und Verklinkerungen wurden von Außen aufgeklebt.

Nachdem sich die Bauweise bei der Wartehalle bewehrt hat habe ich die Methode auch an der Kanzel übertragen. 4 Stunden, dann waren alle Teile ausgeschnitten. Treue Helfer bei dieser Arbeit sind Taschenrechner und Messschieber, bin denen ich alle Maße auf den Bauplatten anreiße.


Von der Straßenseite aus kann man gut in die Wartehalle sehen.

Innen habe ich die Fliesen nachgestellt. Sie sind nicht maßstäblich, aber ich habe einen fast passenden Spritzling gefunden und hatte einfach keine Lust mehr weiter zu suchen.


Der Blick in die Wartehalle auf, links, den alten Fahrkartenschalter und, rechts, dem Zugang zu Kanzel und Keller (noch nicht vorhanden).


Auch die Fensterbänke ruhen auf diesen wunderbaren Fliesen.

Einige Bauschritte habe ich unter Projekt Lokbahnhof gezeigt. Schaut also auch dort mal vorbei.


Hier sieht man noch, wo ich das gesamte Gebäude verbreitert habe. An der ungestalteten Stelle wird bald die Güterhalle angebaut.

Mittelfristig soll übrigens nicht nur das EG, sondern auch der gesamte Bahnhof nachgebaut werden. Das wird aber ein Projekt des MEC Dülmen werden. Ich bin nur der Hausbau-Profi.

Bald geht es weiter, man liest sich!