Freitag, 26. Oktober 2012

Teilnahme Fremo Treffen Rheda XXL 2012

Wieder einmal konnte ich mit Ondrup an einem Fremo-Großtreffen teilnehmen. In Rheda-Wiedenbrück stand für 5 Tage, vom 10.-14.10.12, eine 3-fach Turnhalle zur Verfügung. 70 Teilnehmer aus Deutschland, den Niederlanden, Tschechien, Dänemark und Belgien. Die gesamte Anlage, deren Highlights die Vorbildbahnhöfe Walburg und Wega waren, hatte eine Modulaußenkantenlänge von ca. 450 m.
Gesamtansicht des Rheda XXL Arrangements 2012. Mittig unten links kann man auch Ondrup entdecken. Die Anlage ist nicht an der hinteren Wand zu Ende, sondern erstreckte sich noch ca. 8 m tief in den Geräteraum hinter den Toren.

Thema war ein Streckennetz einer eingleisigen DB-Nebenbahnen mit Übergang auf verschiedene Privatbahnen in Normalspur. (Copyright T. Woditsch)


Gesamtansicht. Vorne ging es nach Mönchshof, hinten nach Wega.

Ambitioniertes Ziel der Planer war es, nach einem eintägigen Aufbau am Mittwoch, von Donnerstag Morgen bis Sonntag Mittag 10 dreistündigen Fahrpläne zu spielen. Dieses Vorhaben scheiterte nur knapp, am Ende standen 9 Fahrplandurchläufe auf meiner Bahnhofsfahrordnung.


Holzverladung auf Gleis 5c, eine Bestellung der Papierfabrik.

Ondrup war Kreuzungsbahnhof auf der durchgehenden Strecke zwischen den Abzweigbahnhöfen Mönchshof und Wega. Diese Strecke verband auch die beiden wichtigsten Drehkreuze des Arrangements: Der Hafen und Schattenbahnhof Michelstadt auf der einen, und Walburg und den Stückgutbahnhof Bettenhausen auf der anderen Seite.


Ein Güterzug, gezogen von einer V160, wartet auf die Zugkreuzung und den Abfahrauftrag.

Dadurch kam es bei einigen Fahrplänen zu bis zu 40 Zügen, die innerhalb der 18 Vorbildstunden (bei Zeitfaktor sechs also drei Echtzeitstunden) angenommen, oft gekreuzt, rangiert und weitergemeldet werden mussten.


Ein langer Güterzug auf dem Weg nach Michelstadt.

Ein neues Gimmik hatte der Planer dieses mal eingeführt, um den Fahrplan trotz der Vielzahl an Durchläufen nicht langweilig zu machen: Der Fahrplan enthielt, wie beim Vorbild auch, freie Plantrassen, die dann mit unregelmäßig verkehrenden Zügen gefüllt werden konnten. Dabei wurde z.B. ein Ganzzug Kieselgur von Mühlenrade zum Hafen gefahren. Oder der Hafen ließ eine neue Lok für die Privatbahn WLE über das ganze Arrangement fahren. Besonders die von vielen so geliebten Ganzgüterzüge und auch Militärzüge (Manöver bei Sendenhorst) konnten so sinnvoll bewegt werden und fuhren nicht sinnlos Fahrplan für Fahrplan hin und her.


Die Stückgutwagen an der Ondruper Rampe.

Auch die Rangierarbeiten in den Betriebsstellen waren sehr aufgelockert. Täglich wurde einmal ein vom Naheilgüterzug Stückgutwagen gebracht und der Wagen später wieder abgeholt. Dazu gab es aus beiden Richtungen einmal einen liefernden Nahgüterzug, der jeweils in Mönchshof und Walburg gebildet wurde, und einen Sammler, der die Wagen zum Ende der Sessions wieder zu den Güterdrehkreuzen abfuhr.


Das ist ein schöner Kauf von diesem Treffen: Gastanks mit Westfalen Gas Aufdruck. Auf vielen Höfen in Münsterland stehen die Teile auch heute noch, und das seit den 70ern.

Außerdem hatte die Zeche unser Otto nach einem ruinösen Wagenmangel im Rahmen der Jahrestagung in Rastede um die Einführung eines Rückholservices für die auch für andere Frachten beliebten O-Wagen gebeten. So gab es in jedem Fahrplan einen Sammler, der die mit den Nahgüterzügen gelieferten und mittlerweile entleerten Wagen einsammelte. Die Lieferzeit verkürzte sich dadurch spürbar.


Der Sammelzug für leere O-Wagen. Auch die Genossenschaft in Ondrup ist begeisterter Abnehmer von feinster Kohle der Zeche Otto.

Rheda 2012, ich war gerne dabei. Trotz der Größe mal wieder ein äußerst entspanntes Treffen. Auch abseits des Modells war alles gut organisiert, wenn auch mit Luft nach Oben bei der Getränkeversorgung (Hilfe, ich bin unterhopft!).


Da ist er, mein DAB-Bierwagen von Fleischmann, Vorbild ungewiss. Hey, aber Spass muss sein. Und einen bessere Vorwandt sich ein Kühles aus Dortmund aufzumachen kann es kaum geben!

Ich hoffe mein kleiner Bericht hat gefallen. Mehr Bilder gibt es in meiner Treffengalerie, die auch den Betrieb im Rest der Halle zeigt. Viel Spass!

Sonntag, 30. September 2012

Weichenlaternen

Die Stellung von Weichen wird den Fahrzeugen bei mechanischen Stellwerken durch Weichenlaternen angezeigt. Diese sind in Hauptgleisen beleuchtet, konnten aber in Nebengleisen später mit Reflektoren versehen sein oder einfach aus Blechwinkeln mit entsprechender Lackierung bestehen. Die Laternen drehen sich auf dem Fuß um 90°, wenn die Weiche gestellt wird und durch eine Schubstange die Bewegung überträgt. Aus Lektüre ist das MIBA Report "Mechanische Stellwerke 1" von Stefan Carstens zu empfehlen. Gibts in guten Bahnhofsbuchhandlungen oder beim Modellbahnhändler. Massig Fotos und Zeichnungen, dazu leicht verständliche Erklärungen helfen auch dem Anfänger.

Fachlektüre und das Päckchen mit Weichenlaternen von Auhagen Nr. 41618.

Welche Bauformen in Ondrup genau vorkamen ist mir nicht bekannt, nur auf den alten Postkarten aus den 1920er und 1930er Jahren ist eine Weichenlaterne abgebildet.

Auf einer Postkarte aus den 1920er Jahren ist bereits eine Weichenlaterne der Einheitsbauform in Ondrup zu sehen.

Die Installation der Laternen im Modell habe ich lange vor mir her geschoben. Vor einem halben Jahr habe ich den Versuch unternommen Weichenlaternen von Kotol einzubauen. Eigentlich eine feine Sache: vorbildgerechte Stellung über die Stellschwelle und von innen beleuchtet. Das große Manko: Ich hätte sie direkt bei den Gleisbauarbeiten einsetzen müssen. Zudem sind die fetten Schildkröten-Antriebe im Weg, genau wie die bereits verbauten Atrappen der Vorbild-Weichenantriebe. Also habe ich die Laterne nach Bülthausen verkauft und das Vorhaben erstmal zurückgestellt.

Die selbe Weichenlaterne einige Jahre später. Dabei handelt es sich um die Laterne aus der beim Umbau 1937 verschwundenen Weichenverbindung vor dem Empfangsgebäude.

2011 kündigte Auhagen ein umfangreiches Programm an Stelleinrichtungen für mechanische Stellwerke an, darunter auch Weichenlaternen. Unbeweglich, unbeleuchtet, aber dafür einfach nachzurüsten.

Auhagen Laterne aus Richtung Weichenzunge gesehen.

Optisch sind die Teile aber völlig in Ordnung, und günstig dazu: 11 Euro für ein Päckchen. Und der Clou: 3 rechte und 3 linke Laternen, das Ondrup-Sorglos-Paket.

Auhagen Laterne aus Richtung Herzstück gesehen.

Beim Einbau habe ich die Schwellenverbindungen größtenteils abgeschnitten und die Halterungen einfach an die Antriebe geklebt. Laut Carstens gab es das. Die Laternen habe ich alle in Stellung "gerade" eingesetzt und festgeklebt. Die meisten Züge fahren durch, und um im Betrieb möglichst wenige Irritationen zu schaffen ist das die beste Lösung. Im Fremo ist man eh froh, wenn die Signale beachtet werden, also hoffe ich mal es bleiben nicht zu viele Lokführer vor anscheinend falsch gestellten Weichen stehen.

Weichenlaterne an Weiche 3 vor der Ladestraße.

Damit man nicht sofort den Eindruck von Kunststofflaternen hat habe ich die Laternen natürlich noch matt lackiert. Die Laternen selbst in schwarz, die Füße in dunklem braun.

Die Laterne an Weiche 2 vor der Güterabfertigung.

Ich möchte, trotz meiner mittelprächtigen Lösung andere Modellbahner ermutigen ihre Bahnhöfe mit beweglichen und beleuchteten Laternen auszurüsten, denn einmal richtig eingebaut funktionieren sie sicher. Bei meinem nächsten Bahnhof, so er denn kommt, habe ich das auch wieder vor.

Mittwoch, 29. August 2012

Neue Szenen auf der Ladestraße

Trotz Sommer war es an der Zeit etwas an Ondrup zu bauen. Wie schon vor einem halben Jahr musste es wieder etwas Extravagantes von Kotol sein. Ohne Große Erklärungen dieses mal einfach ein Bilderbogen vom Landbahnhof im Herzen des Münsterlandes. Viel Spass!

Ein neuer Laster von Wiking, ein Hanomag L28, der durch neue Lampen und einige Anbauteile von Weinert Modellbau verfeinert wurde, fährt an die Ladestraße, um eine Lanz-Kiste zu laden.


Auf der ganzen Ladestraße verteilt liegen sie jetzt herum: Hemmschuhe von Weinert.


Das wollte ich schon lange haben: Entladung von Kälbern für Bauer Niehoff. Noch sind es zu wenige. Die Viehrampe an der Tür des Gmhs53 von Fleischmann stammt von Kotol.


Früher gab es in Ondrup mal ein Postamt. Das war zwar schon in den 1930er Jahren vorbei, aber ab und an könnte ja trotzdem ein Fridolin einen Postsack in Ondrup abgeholt haben. Kotol, da habt ihr echt mal feine Säcke gebastelt, absolut top!

Jetzt wird es etwas spritlastig: Schnaps und Bier!

Nachschub für die Bahnhofsgaststätte und die Wirtschaften in der Umgebung: Die DAB-Entladeszene muss noch ausgebaut werden. Der Güterwagen schreit auch noch nach Behandlung.


Große Korbflaschen werden vom Leiterwagen direkt per Stückgut Schnellverkehr ausgeliefert. Das Personal muss erst noch Platz für die empfindliche Fracht Schaffen.


Wenn es mal eilig ist, dann wird das Saatgut direkt am Güterwagen abgeholt und mit der Schubkarre transportiert.

Seit fast 3 Jahren besteht der alte Lagerschuppen der Genossenschaft als Modell. An der Vorderseite war er fertig gestaltet, innen ausgebaut und beleuchtet. Nun wurde es mal Zeit auch den großen Raum zu gestalten, der an der Modulkante offen geschnitten dargestellt ist.


Im düsteren Schuppen: Lampe von Kotol, Sicherungskasten und Waschbecken von Weinert. Dazu einige Werbe-Blechschilder aus dem Drucker.


Für eine düsteren Schuppen sind auch die alten Förderbänder von Kibri noch OK, genau wie die Befüllhilfe für Säcke. Die Deckenlampe ist ein Fertigmodell von Kotol.

Dienstag, 10. Juli 2012

Ein Bahnhof geht auf Reisen

Da sich im Moment nicht viel in Ondrup tut, unter anderem weil ich mit einem anderen Projekt beschäftigt bin, zeige ich mal, wie der Transport meines Bahnhofes abläuft. Die einzelnen Segmente sind über Kopf mit Stirnbrettern zusammengeschraubt. Ich verwende 8er Maschinenschrauben. Flügelschrauben kommen nicht in Frage, weil sie mir beim Tragen im Weg sind, zu weit überstehen und damit Laderaum verschwenden und Macken in die Innenverkleidung des Transportfahrzeuges machen. Die Maschinenschrauben nutze ich auch zum Verbinden der Segmente beim Aufbau. Insgesamt sind 40 Schraubensätze für den Bahnhof nötig.


Dieser große Berg muss in meinen Wagen. Die sichtbaren Pappkartons sind mittlerweile ausgemustert.


Die großen Transporteinheiten haben eine Länge von 92, Breite von 50 und Höhe von 32 cm.


Im Fußraum der Rücksitze sorgen die Beine für eine ebene Ladefläche. Neben den Segmenten ist noch Platz für Fahrzeugkisten.


Jede Doppelkiste hat ein Gewicht von ca. 20 kg. Damit hat der Bahnhof ein Gesamtgewicht von knapp 100 kg.


Links schiebe ich die Segmente immer bündig bis zur Tür durch. Die Stirnbretter sind beschriftet, damit jedes Segment auch immer sein Gegenüber findet, die Aufbauten ineinander greifen und nichts beschädigt wird.


Nicht nur die Bahnhofssegmente, sondern auch die Infrastruktur für Betrieb und Bedienung muss mit. Der IKEA-Hocker, ein Klapptisch, eine Kabeltrommel und diverses Kleinzeug werden in den noch vorhandenen Hohlräumen verstaut.


Hinten ist noch Platz für eine Doppelkiste, am liebsten Module mit Wattenscheider Schächten. Rechts ist das Kleinzeug zu sehen.


Der Alukoffer im oberen Bild enthält mein LN- und RUT-Zubehör, dazu einige Ersatzteile und das Stellpult. Loconet-Kabel finden in ausreichender Zahl (ca. 40 m) im Deckel des Koffers Platz.


Der eng gepackte Alukoffer mit dem Elektro-Zubehör.


Meine nächsten Treffenteilnahmen sind erst im Oktober. Dann wird der Wagen, übrigens ein Mazda Premacy, wieder voll geladen. Weitere Module werden im Anhänger transportiert.

Samstag, 2. Juni 2012

Teilnahme am Fremo Himmelfahrtstreffen 2012

Vom  16. - 20.05.2012 fand in Bad Oeynhausen das Fremo Himmelfahrtstreffen statt. Mit dabei war wieder der Bahnhof Ondrup. Dank der sehr großzügigen Halle und bemerkenswerter Streckenlängen konnte Ondrup wiedermal in der 7,70 m Version eingesetzt werden.


Der Ondruper Bahnhof in seiner größtmöglichen Länge von 7,70 m.


Panoramaaufnahme der gesamten 3-Fach Sporthalle.

Hauptaufgabe von Ondrup war ein weiteres mal die Bedienung der "Zeche Unser Otto".

Der mit Kohle beladene Ganzgüterzug mit einer V100 als Zuglok durchfährt die Westeinfahrt.


Eine weitere V100 mit einem Kohlezug aus Fc Wagen.



Auch eine V160 kam vor den Ganzgüterzügen zum Einsatz.

Ein weiteres Spezial des Fahrplan beim Himmelfahrtstreffen war der Stückgutverkehr.

Mit einem Glmms 61 wurde das Stückgut zum Stückgutschuppen befördert. Der Lademeister gibt die Anweisungen zur Ent- und Beladung.

Ebenfalls bemerkenswert war die Möglichkeit Deutz-Traktoren zu bestellen. Nach dem Ausfüllen eines Bestellformulars in Form eines Frachtzettels versendete das Deutz Werk sobald vorrätig das entsprechende Modell.


Ein Deutztraktor, wie bestellt mit Dach, Frontlader und Beifahrersitz, wurde an der Laderampe zugestellt und kann vom Besteller in Empfang genommen werden.


Die Ladestraße wurde auch sonst wieder für diverse Ladeszenen genutzt.




Zu den interessanten Personenzügen gehörte ein Triebwagen, der Stückgut und Kurswagen zum Hafenbahnhof beförderte.



Noch garnicht erwähnt habe ich meine neuen Bierbänke von Luedtke Modellbahn.

Nach 4 Tagen und 7 durchgespielten Fahrplänen war es schon wieder vorbei. Jetzt ist erstmal Pause für mich bis Oktober. Aus meiner Sicht war es das bisher optisch schönste Arrangement an dem ich spielen durfte. Das Niveau von Landschaftsbau und Gestaltung im Fremo steigt und steigt. Verstecken müssen wir uns auf jeden Fall nicht.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Umbau Stall und Abort

Bereits im Januar 2010 habe ich, nach 2 mir vorliegenden Fotos aus der gleichen Perspektive und den Grundrissen aus dem Katasteramt, das Nebengebäude des Ondruper Empfangsgebäudes, in dem sich nach meinem Wissen die Bahnhofstoiletten und ein Stall befanden, nachgebaut. Im Herbst 2010 habe ich dann auch hier im Ondrup Blog einen Baubericht veröffentlicht.


Vor dem Umbau: Das Nebengebäude von der Straßenseite aus gesehen.

Die Gestaltung der auf den Fotos nicht sichtbaren Außenwände habe ich damals geraten, genau wie die Raumaufteilung. Zeitzeugen konnten sich an solche Details nicht mehr erinnern, doch bestätigt wurde meine Lösung nie. Vor einigen Wochen erhielt ich eine Mail von einem bekannten Eisenbahnhistoriker und Autor. Als Anhang ein Gebäudeplan aus Ondrup mit dem Kommentar "den kanntest du bestimmt schon". Nein, kannte ich nicht. Es handelt sich um den Plan aus dem Bauantrag für das Nebengebäude des Empfangsgebäudes, datiert auf den 25. August 1908.


Die Ansicht aus Richtung Empfangsgebäude

Es stellt sich damit heraus: Alles falsch. Anstatt der von mir vermuteten 2 Toiletten im kleineren Teil, Damen und Herren, gab es 3, nämlich hinter dem Damenklo noch ein zur Dienstwohnung gehöriges, welches über eine zum Empfangsgebäude gerichtete Tür erreichbar war. Im Haupttrakt hatte ich 2 Räume vermutet. Aber auch hier waren es 3, nämlich Magazin, Kohlenlager und Stall, der durch eine weitere Tür an der Straßenseite erreichbar war. An der Rückwand des Stalls befanden sich noch Holzluken, durch die der Viehmist in eine davor befindliche Grube geschoben wurde. Der Duft dieser Grube wird wohl an heißen Tagen am Bahnhof allgegenwärtig gewesen sein. Die Fenster an der abgewandten Seite hatten eine mir bisher in Ondrup nicht bekannte Form, 1 m hoch und 50 cm breit.


Vermaßter Grundriss mit Bezeichnungen der Räume

Während des Fremotreffen in Rastede habe ich über das Für und Wider eines Umbaus des Modells nachgedacht. Es juckte zu sehr in den Fingern, und da mich das historisch korrekte immer reizt musste ich ran. Also habe ich das lange Teppichmesser gezückt und das vor 2 Jahren gebaute vorsichtig aus dem Segment gelöst. Warum vorsichtig weiß ich heute nicht mehr, die Hälfte der Wände musste ja eh in die Tonne...


Der Standort des Nebengebäudes. In die Fugen werden die Wände eingelassen, damit nicht der Eindruck eines schwebenden Modelles entsteht.

Nach dem Zerlegen der zu ändernden Wände konnte es mit dem Umbau richtig losgehen. Mit den üblichen Techniken habe ich alle benötigten Teile aus Auhagen Bauteilen gefertigt und mit Revell Farben bemalt. Auch Details wie Fenstersimse und Türgriffe durften nicht fehlen.


Nach der Demontage sieht alles sehr gefleddert aus


Die 7 für die neuen Wände benötigten Fenster aus Auhagen Teilen

Anschließend erfolgte die Montage der einzelnen Wände, wobei unterschiedliche Materialstärken mit Pappstreifen unterfüttert werden mussten. Wieder zum Einsatz kamen die Vollmer Mauerplatten Spur N im Blockverband. Wahrscheinlich wären Auhagen Platten mit Kreuzverband korrekt, aber alle Wände ändern wollte ich nicht mehr.


Teilweise montierte Wände

Die Montage der Wände und die Kosmetik mit Revellfarben brachten mich dann näher an das Endergebnis, zum Glück hatte ich passgenau gearbeitet, die Fugen konnte ich mit Holzleim verspachteln. Die fehlenden Innenwände wurde mit Pappen ergänzt und weiß beimalt. Was mir dabei wiederum auffiel: Das Nebengebäude hat 6 Außentüren, aber keine Innentüren, wenn man von den Bretterwänden der Aborte ausgeht. Und dann konnte die Stellprobe erfolgen! Wobei mir auffiel, dass ich nie Aufnahmen des Gebäudes im eingebauten Zustand gemacht habe. Hier also nun das Nebengebäude mit allen Änderungen:


Von der Straßenseite aus sieht man hier alle neuen und geänderten Fenster und Türen, auch die Holzluken zur Reinigung des Stalls.


Vorn hat sich nichts geändert, nur der Zugang zur Dienstwohnungs-Toilette und beiden Fenster des Damenabortes fallen mit Enlüftungen im Giebel sind neu.


Der neue Zugang zum Stall.

Aus meiner Sicht hat sich der Umbau absolut gelohnt, denn die etwas tristen Wände am Bahnhofsvorplatz sind jetzt deutlich interessanter. Jetzt noch etwas Mist die der Grube und mit einem Stück Riffelblech die Absaugöffnung für die Abortgrube angedeutet, schon ist der Bahnhof Ondrup wieder etwas mehr zum Leben erweckt. Man sieht also, beim Ondrup Modell muss nichts endgültig sein. Ich werde neue Erkenntnisse weiterhin umsetzten. Also wenn sich noch Material findet: Immer her damit!