Sonntag, 18. März 2018

Brawa Umbauwagen 3yg Teil 2: Innenraum und Licht

Nach dem ersten Teil liegen nun vier zerlegte 3yg auf dem Tisch. Mit aufwändiger Vorbildrecherche hatte ich ja schon bei den anderen Umbauwagen von Fleischmann die richtige Farbgebung für den Innenraum erarbeitet. Meine eigenen Fotos solcher Wagen von innen sind leider weniger hilfreich, weil die Dahlhausener Wagen von innen ergraut sind.


Blick auf die Trennwand im Dahlhauser B3yg.

Trotzdem erkennt man, wie gut getroffen die Umsetzung ins Modell ist. Klar ist so etwas abgefahrenes wie freistehende Halterohre wie bei meinen Epoche IIIa Umbauwagen nicht ausgeführt worden. Es muss ja noch Luft nach oben für Bastler oder Kleinserienhersteller sein.


Sitzgruppe und Innenwand des Dahlhausener B3yg.

Wie schon angekündigt habe ich die gesamten Einsätze zunächst einmal mit Mattlack aus der Airbrush-Pistole geduscht. Bei den Bänken wäre ein seidenmatter Glanz noch zu vertreten gewesen. So ist es jetzt aber insgesamt viel hübscher, und der Aufwand überschaubar.


Ausgebaute und mattierte Inneneinrichtung der 2. Klasse.


Inneneinrichtung der 2. Klasse und des Gepäckraumes.

Dann geht es los mit der Bemalung, die fast ausschließlich an den Klarsichtteilen stattfindet. Oben bis zur Unterkante der Fenster verwende ich aufgehelltes Ocker, darunter Lehmbraun. Ausnahmen stellen die erste Klasse, die oben herum mittelgrau waren, und der Gepäckraum, der unten hellgrau war, dar. Wichtig ist es auch die Innenseiten des Wagenkastens zu bemalen, vor denen sich die gelenkigen Stellen der Klarsichtteile befinden. Und an den Enden der Fahrgasträume ist im zusammengebauten Zustand ein kleines Stück der Wand zum Einstieg sichtbar. Auf dem Foto habe ich das noch vergessen. Alle sichtbaren Teile der Einstiege haben eine türkise Farbgebung erhalten. Dazu habe ich Revell 55 mit Revell 360 leicht abgedunkelt.


Ein großer Teil der Farbgebung des AB3yg bereits abgeschlossen.

Ein an allen Wagen vorhandenes Zubehör stellen die Vorhänge dar. Diese vielen Bahnreisenden noch als Staubfänger in Erinnerung gebliebenen braunen Stofffetzen sind an fast keinem Modellbahnwagen dargestellt. Dabei muss man sich nicht einmal viel Mühe geben, denn die kann man einfach auf die Fenster aufstreichen. Gerade wenn alle etwas anders aussehen ist es richtig. Gehalten wurden sie von Messinghaken, die ich mit etwas Farbe angedeutet habe.


2. Klasse Innenraum mit bemaltem Fenstereinsatz.

Wie oben schon zu sehen entstehen die Puppenstuben jetzt richtig, denn Leben kommt in die Innenräume. Ich habe selbst bemalte Preiserlein und fertig bemalte Nochmännchen kombiniert. Natürlich muss man ca. 1 mm des Hinterns abschneiten, um das Einsinken in die Polster zu simulieren. Auch fast alle Füße müssen dran glauben, da die Sitze nicht hoch genug sind. Das alles ändert aber nichts daran, dass auch bei diesem Wagen die Reisenden viel zu hoch sitzen. Am Ende schauen sie genau auf den Mittelsteg der Fenster, obwohl sie eigentlich darunter hindurch schauen müssten. Damit kann ich aber besser leben, als mit zu kleinen TT-Figuren, die dann alle wie Kinder nicht an die Rückenlehnen heran kommen. Das muss aber jeder selbst wissen, alles ist besser als leere Personenwagen, die leblos über das Fremotreffen zuckeln.


Mit Leben gefüllter Innenraum für den BD3yg. Auch der Gepäckraum kann Ladung vorweisen.

Jetzt kann es wieder an den Zusammenbau gehen. Der geht ohne großes Spektakel über die Bühne. Erst wird die Zinkplatte, die sicher beim Anmalen aus dem Wagen gefallen ist, wieder an ihren Platz gelegt. Die Stromversorgung für die Innenbeleuchtung ist zwar von Brawa mit Kupferstreifen schon vorbereitet. Diese werden aber am Wagenboden nur durch zwei Klauen gehalten, welche wohl ein Teil der Achshalter sind. Zur Sicherheit habe ich die Teile an dieser Stelle verlötet. Da es sich um sehr unwillig zu verlötende Materialien handelt ist der Einsatz von Lötwasser sinnvoll.


Die mit den Achshalterenden verlöteten Kupferstreifen am Wagenboden.

Dann kommt der Innenraumeinsatz und die Fenster. In den Einstiegen kommen zuerst die Fenster, dann die im ersten Teil beschriebenen Sicherungsblöcke. Dafür empfielt es sich zuerst die Fenstereinsätze zu entgraten, wenn man dabei ist an allen Seiten. Dann flutscht der Sicherungsblock fast von allein mit der Pinzette geschoben bis auf den Boden.


Der Sicherungsblock rutscht einfach an dem entgrateten Fenstereinsatz vorbei in seine Endlage.

Wer was hat der soll es auch zeigen, hat einmal ein weiser Mann aus dem Fahrplanbüro Harburg gesagt. Ich bin seit einiger Zeit Kunde von Huffingtronik, die nun komischerweise Malutronik heißen. Dort habe ich passende Beleuchtungen mit 4 warmweißen LED und leider etwas groß gewählte 470 micro F Pufferkondensatoren erworben. Die Montage ist bei diesen Wagen zum Glück sehr leicht, denn die Anschnlusspunkte sind schon bis unter das Dach des Wagens geführt.


Der Beleuchtungseinsatz kann einfach an die vorbereiteten Anschlusspunkte gelötet werden.

Der Pufferkondensator wird vorgebogen und auf die Pads der Beleuchtungsplatine gelötet. Wenn man die Kondensator richtig herum eingelötet hat flackert jetzt nichts mehr. Damit das Dach bei diesen riesigen Kondensatoren passt muss eine Trennwand etwas eingekerbt werden. Ich würde aber empfehlen einfach kleinere zu kaufen und diese dann in den Aborten verschwinden zu lassen, dann haben diese wenigstens eine Aufgabe.


Befestigung des Kondensator an der Beleuchtungsplatine.

Nun können endlich die Dächer drauf! Leider scheint jetzt, wenn man genau von der Seite aus hin schaut, an den Stellen wo die Rastnasen sich verabschiedet haben, etwas Licht durch den Spalt. Ich kann damit aber leben.


Nun leuchten Sie schon vor sich hin, und warten auf die Auslieferung des Steuerwagens von Piko.

Mehr ärgert mich das Licht um die silbernen Fensterrahmen, was sich trotz der erfolgten schwarzen Bemalung von außen seinen Weg bahnt. Ich fürchte durch die stramme Fassung im Gehäuse hat sich die Farbe bei der Montage wieder von den Klarsichtteilen abgeschabt.


Etwas Licht scheint noch an den Fensterrahmen vorbei, sonst ein schöner Blick in meine Puppenstübchen.

Im nächsten Teil mache ich die Wagen von außen hübsch. Auch wenn das nicht mein Spezialgebiet ist, kann man mit kleinen Mitteln noch einiges heraus holen.

Montag, 12. März 2018

Brawa Umbauwagen 3yg Teil 1: Zerlegen

Nun habe ich sie mir auch gegönnt, die vor 2 Jahren am Markt erschienenen dreiachsigen Umbauwagen von Brawa. Meiner Ansicht nach waren die von Fleischmann, die ich als Epoche IIIa Variante verbessert habe, zumindest von außen sehr schön, aber bei den homöopathischen Dosen, mit denen diese auf den Markt gebracht wurden, muss man sich bei der Modellspielwaren GmbH nicht wundern, wenn der Laden zu Grunde geht.


Der B3yg von Brawa.

Der Preis der Brawa-Wagen ist saftig, mit 105 EUR Straßenpreis je Paar gut 30 EUR mehr, als man für die Fleischmänner berappen müsste, könnte man sie heute kaufen. Ich habe mir ein A-B und ein B-D Paar gekauft, die ich aber als A-D und als B-B Paare einsetzen werde. In diversen Bilderbüchern scheint mir das die verbreitetste Variante zu sein.


Der A3yg.

Die Modelle entsprechen von der Machart her den Güterwagen aus gleichem Haus: Super detaillierte Fahrwerke und Gestaltung des Unterbodens bis zum Erbrechen. Entgegen anderer Berichte im Netz laufen meine Schlitten der verschiebbaren Mittelachse tadellose ohne zu klemmen. Dafür habe ich auch das Problem mit schlecht laufenden Achsen. Ich vermute es liegt an zu spitzen Achsenden, ich werde mir das anschauen und berichten.


Der D3yg.

Der Mehrwert der Brawa-Wagen liegt bei der Inneneinrichtung. Man merkt, dass man bei der Entwicklung dieser Teile Spass hatte, denn selbst im Abort sind das Waschbecken und der Lokus nachgestellt, letzterer sogar mit schwarzem Deckel. Sitzbänke und Trennwände wurden als einzeln eingesetzte Teile nachgestellt.


Inneneinrichtung des B3yg von Brawa.

Im Stückgut-Abteil des 3ygD sind die Haltegriffe links und rechts der Falttüren in das Klarsichtteil eingesetzt.


Inneneinrichtung des D3yg.

Manko dieser sehr schönen Möblierung, deren Farbton inkl. Boden mir sehr gefällt, ist leider der Glanz. Und ich meine nicht seidenmatt, ich meine Hochglanz. Da ich natürlich Innenbeleuchtung und Passagieren einsetzten werde befürchte ich Lichteffekte wie in einer Disco. Der Einsatz der Inneneinrichtung mit also mattiert werden. Außerdem sind die Innenwände nicht gefärbt. Leider legen zu wenige Modellbahner Wert auf dieses Detail, wertet es doch aus meiner Sicht Personenwagen mit Beleuchtung stark auf.


Inneneinrichtung des A3yg.

Um diese Bastelvorhaben bewerkstelligen zu können, müssen die Wagen also zunächst einmal zerlegt werden. Und da fängt der zweifelhafte Spass so richtig an. Bei den Fleischmännern nahm man das Dach ab, zog die Inneneinrichtung nach oben heraus, demontierte die Rücklicht-Imitate und die Fenster fielen fast schon von allein ins Wageninnere. Brawa wählt hier leider einen anderen Weg. Schritt 1 ist gleich: Dachkanten nach innen Drücken und das Dach abziehen. Dabei kommen pervers zierliche Rastnasen zum Vorschein. Bei drei von vier Wagen hat schon jeweils eine Rastnase das Abziehen nicht überlebt. Mal schauen, wie das bei der Montage wieder halt findet.


Die Rastnasen des Daches sind nicht für häufiges Öffnen gemacht, Bruch vorprogrammiert.

Und jetzt betreten wir Neuland: Die Fenstereinsätze müssen bei diesem Modell zuerst heraus. Und sie sind teilweise, z.B. im Bereich der Laderaumtüren, geklebt. Da ist sie wieder, die Kleber-Chinesin! Ich habe die Fenstereinsätze mit dem Cuttermesser erst ganz sachte nach innen gehebelt, bis die Rahmen aus dem Gehäuse heraus standen. Dabei schwebt immer das Damoklesschwert, die dünnen Stege des Wagenkastens über den Fenstern zu beschädigen, über dem leicht verängstigten Frokler.


Abhebeln der Fenstereinsätze vom Wagenkasten.

Dann kann man die Fenstereinsätze mit einer Spitzzange vorsichtig mm für mm und Fenster für Fenster nach oben ruckeln, bis das ganze Teil sich löst und heraus gezogen werden kann.


Vorsichtig werden die Fenstereinsätze heraus geruckelt, auch hier besteht Bruchgefahr.

Das Gleiche muss man bei den Fenstern in den Einstiegen machen.


Entgegen der Reihenfolge beim Zusammenbau müssen zunächst die Fenstereinsätze der Einstiegstüren abgezogen werden.

Dann müssen noch je Einstieg zwei Füllstücke entfernt werden, deren Sinn das Halten der Fenster der Einstiegstüren zu sein scheint.


Das Füllstück in der montierten Position.

Eigentlich müsste man zuerst die Füllstücke/Sicherungsblöcke demontieren, um die Fenster leichter lösen zu können. Dafür habe ich aber kein Werkzeug, und der direkte Weg wird durch die wohl nachträglich eingesetzten Rückleuchten blockiert. Mal schauen wie das dann beim Zusammenbau klappt.


Kippt man den Sicherungsblock nach vorn kann man ihn mit der Pinzette heraus ziehen.

Die Inneneinrichtung ist in den Einstiegen und unterhalb der Sitze mit insg. 8 Rastnasen am Boden befestigt. Mit einer Pinzette und drei Händen lässt sich das ganz gut lösen. Manche haben sich auch zerstörungsfrei durch beherztes Ziehen lösen lassen. Dann hat man endlich auch den kompletten Einsatz in der Hand.


Die Rastnasen im Einstieg, die sich auch unterhalb der Sitze befinden.

Nun hat man also ein Dutzend Einzelteile auf dem Tisch liegen, die nicht verloren werden möchten, und erst nach der vollständigen Bemalung wieder zusammen finden werden.


Das 3yg Puzzle kann bemalt werden.

Besonders kritisieren muss ich noch einmal die Verklebungen. Bei den 3ygB habe ich keine Klebestellen gefunden. Aber der A und der D waren vor allem in den Ecken angepunktet. In Kombination mit den sehr spröden Fenstereinsätzen kann ich nur empfehlen vorher die Heizung runter zu drehen, dann kommt man nicht so ins Schwitzen.


Zwei Stunden Zeit musste ich mir für das Zerlegen aller Wagen nehmen.

Die Inneneinrichtung werden ich mit Mattlack einnebeln (auf dem Glanzkunststoff hält wahrscheinlich eh kein Kunststoffkleber), die Fenstereinsätze auf der Innenseite Holzfarben, auf der Außenseite schwarz lackieren.

Davon zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Fremotreffen Bad Oeynhausen 2018

Mitte Februar, und die Fremosaison ist voll im Gange. Nach der Spielwarenmesse und der damit verbundenen Vorstellung der Modellbahnneuheiten (oder der Feststellung, wie viele unnötige Doppelentwicklungen wir wieder ertragen müssen) geht es zum Portatreffen in Oeynhausen, vielleicht das letzte mal ohne durchgehende A30...


Eine dreifache Akkutriebwagen-Einheit BR 515 hält am Ondruper Bahnsteig.

Nach der erfolgreichen Wiederbelebung des Treffens vor einigen Jahren war die Halle auch dieses Jahr prall mit Modulen gefüllt. Das H0-RE Arrangement hatte dabei eine Übergabe zum Schmalspurteil. In einer Ecke der Halle hatte noch eine kleine Gruppe US-Bahner einige Module aufgebaut und bespielte dieses. Es ist immer schön, wenn man mal wieder die Möglichkeit hat über den Tellerrand des eigenen Interessenbereichs hinaus zu schauen.


Ondrup in voller Pracht und Länge.

Zum ersten mal nach dem Kauf eines geräumigen Anhängers konnte ich "all in" gehen und den Treffenplanern jedes meiner Modulmeter zur Verfügung stellen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht, außer der Landwirtschaftskurve waren, sieht man mal von der Reliquie "Schult am See" ab, alle meine Module im Einsatz. Zusätzlich habe ich noch den Schattenbahnhof Spiekerhof und einige Adaptermodule des MEC Dülmen transportiert. Der Auf- und Abbau dieser Module geht natürlich nicht ohne Helfer. Mein Dank gilt dieses mal besonders Michael, Jörg und Henning. Ohne euch hätte ich wohl um 20 Uhr noch gepackt.


Ein Großdiesel der BR 215 muss vor der Einfahrt zum Bahnhof Bettenhausen warten.

Der bei diesem Treffen nachgestellte Zeitraum waren die Jahre 1975 bis 1985. Die dafür benötigten Triebfahrzeuge waren ausreichend vorhanden. Nur an den Güterwagen mangelte es immer etwas. Ich glaube aber am Ende konnten alle Ladungen transportiert werden, auch wenn hier und da Fahrzeuge älterer Epochen übernehmen mussten. Für mich war es dieses mal wichtig die Gestaltung mit Pkw und Lkw der späten 70er Jahre vorzunehmen. Dabei habe ich mich gewundert, wie viele Modelle sich in meinem Bastelvorrat befanden und durch etwas Verfeinerung nur zum Leben erweckt werden mussten.


Auch kleine Triebfahrzeuge wie dieser Schienenbus der BR 695 waren auf den Nebenstrecken im Einsatz.

Das Arrangement war sehr schön aufgebaut. Nach dem Schattenbahnhof Spiekerhof und der Kreuzungsmöglichkeit Ondrup folgte der Abzweig Buchhorst, an dem bereits die erste Nebenbahn in Richtung Holnis mit Durchfahrt durch das Kalkwerk Pegasus abzweigte. Hinter Holnis schlossen noch der Hafen Tief im Westen und die Mühlenroda Nebenbahn mit dem Rheiner Hafen an. Die Hauptstrecke führte nach Buchhorst weiter über Bülthausen nach Bettenhausen. Hier zweigte die Nebenstrecke über Leupoldshof nach Bodmich und Meierrode ab, wo sich der Übergang zur Schmalspurstrecke befand. Die Hauptstrecke führte hinter Bettenhausen zum Schattenbahnhof Westenholz. Besonders bemerkenswert war die ca. 15 m lange gerade Strecke, auf der sich Ondrup befand. Umgerechnet fast 2 km geradeaus, da kommt Vorbildfeeling wie im Flachland auf!


Endlich mal wieder lange Strecken. Lieber mal eine Betriebsstelle weniger und dafür viel Auslauf für die Fahrzeuge.

Das Konzept für die Güterverteilung sah Nahgüterzüge vor, die zu den jeweiligen Abzweigbahnhöfen Bettenhausen und Holnis fuhren, um dort geteilt zu werden und in Form von Übergaben die kleineren Betriebsstellen zu bedienen. Ondrup wurde direkt aus dem Schattenbahnhof von zwei Übergaben täglich mit Frachten versorgt.


Einige Module sind tatsächlich für ein Epoche IV Treffen gebaut, wie hier mein "Blaues Auge".

Personenverkehre waren eher untergeordnet. Es gab einige Nahverkehrszüge und einen Eilzugumlauf. Für den Einsatz von weniger alltäglichen Garnituren wurden je Fahrplan zwei L-Trassen vorgehalten.


Rangierbetrieb im Phoenix Zementwerk.

Zum Einsatz kam auch wieder die Blocktechnik. Die gesamte Hauptstrecke verfügte über dieses zusätzliche Sicherungselement. Besonders in Ondrup war diese Technik, die das Rückmelden der Züge durch Rückblocken per Knopfdruck ersetzt, eine großer Erleichterung. Ondrup hatte teilweise 5 Zugfahrten je Modellstunde zu leisten. Bei lediglich zwei Gleisen ist der Fahrdienstleiter auch schon so stark gefordert.


Da der Expressgutschuppen in Ondrup nicht bedient wurde musste das Stückgut über die Straße transportiert werden.

Der Betrieb hat wieder viel Spass gemacht. Es wurden 6 Fahrpläne ohne größere Technikprobleme durchgespielt, für Bad Oeynhausen sogar ein neuer Rekord. Die Neuerung am Sonntag noch zwei Fahrpläne zu spielen war aus meiner Sicht eine gute Idee. Auch so bin ich noch trotz gebremster Fahrt wegen des Anhängers zu einer annehmbaren Zeit nach Hause gekommen.

Noch ein paar mehr Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie Porta Treffen 2018

Montag, 22. Januar 2018

Fremo Harz und Heide 2018

Manchmal hat man spontan Lust und Zeit an einem Fremotreffen teilzunehmen. So war das bei mir zum Jahreswechsel 2017/2018 mit Blick auf die Anzahl meiner Resturlaubstage. Die erste Gelegenheit im Fremokalender auf ein Regelspur Europa Treffen ist traditionell das Harz und Heide Treffen in Groß Brunsrode, gelegen zwischen Braunschweig und Wolfsburg.

Die Halle gehört mit 300 qm dabei zu den kleinsten, die von dieser Gruppe genutzt werden. Der Spielfreude hat das aber keinen Abbruch getan.


Hallenpanorama Brunsrode 2018. Rechts unten erkennt man Holnis, links an der Wand Michbeck.

Aufgrund meiner Ankunft zur späten Mittagszeit am Freitag wurde ich von einem fertig aufgebauten Arrangement empfangen. Dieses bestand bemerkenswerter Weise fast komplett aus fertig durchgestalteten Betriebsstellen und Modulen. Hauptbetriebsstellen waren die Bahnhöfe Michbeck und Holnis auf der Hauptbahn, und Meierode und Reichelsheim auf der Nebenbahn. Hinzu kamen ein Raffinerieanschluss mit Bedienung durch Michbeck und der Hafen Deichtordamm, der von Holnis bedient wurde. Zusätzlich gab es eine Zugleitstrecke von Kiesrode über Leupoldhof und den Haltepunkt Neu Marohde, Anschluss an die Nebenbahn in Reichelsheim und dem Streckenende Klein Amerika mit einem weiteren Hafenanschluss. Die Zugbildung erfolgte in den Schattenbahnhöfe Grauhof und Wendeburg.


Mit einer 50 und einem durchgehenden Güterzug geht es durch die Heide nach Wendeburg.

Abweichend von der üblichen Epoche 3 hatte die ausrichtende Ortsgruppe ein Treffen mit Fahrzeugen der Epoche 4, speziell 1975 - 1980, ausgerufen. Daher musste ich meinen Fahrzeugeinsatz auf einige wenige Güterwagen und einen Triebwagen der Baureihe 515 beschränken. Für ausreichend Rollmaterial war im Vorfeld aber gesorgt worden. Speziell bei den Triebzügen war man gut aufgestellt und konnte mit einigen lokalen Spezialitäten aufwarten.


Ein Eierkopf in Holnis. Die Triebzüge der sehr ähnlichen Baureihe 613 wurden am Ende ihres Einsatzes beim Vorbild in den 80er Jahren in der nähe von Braunschweig eingesetzt.

Die Fahrpläne waren mit vielen interessanten Aufgaben gespickt. So gab es einmal je Fahrplan eine Vorspannleistung von Wendeburg nach Meierode. Zum Hafen Deichtordamm musste eine Rangierlok vor dem Zug mitgeführt werden, um alle Rangierbewegungen durchführen zu können. Der Zugleitbetrieb ab Reichelsheim lockerte das Spiel zusätzlich auf.


Die Vorspannleistung bei einem kurzen Betriebshalt in Michbeck.


Gerade wurde die Übergabe dem Kieswerk in Kiesrode zugestellt. Dabei wurde die Lok mit Hilfe einer Segmentdrehscheibe umgesetzt.

Innerhalb der drei Treffentage konnten insgesamt fünf Fahrpläne durchgespielt werden. Ausdrücklich loben muss man dabei das Durchhaltevermögen der Mitspieler am Freitag abend, als der Fahrplan trotz einiger zügig gelöster Digitalprobleme bis 23:45 Uhr dauerte. Bei anderen Veranstaltungen wurde bei solchen Gelegenheiten schon abgebrochen, wodurch der gesamte Ablauf des Wochenendes aus dem Takt geriet.


Die Hafenanlage Klein Amerika bietet viel Rangierspass.


Ein Triebwagen wartet im Bahnhof Michbeck auf eine Zugkreuzung.

Die Versorgung der Teilnehmer in der Halle war absolut angemessen. Das aus der nahen Volkswagen-Kantine besorgte Essen war gut. Weltklasse war auch das morgendliche Frühstück im Esszimmer eines Vereinsmitgliedes. Das stärkt auch den Gemeinschaftsgeist.


Auch wenn es nicht meine Farben sind: Bei diesen Zügen kommt richtes 70er und 80er Jahre Flair auf.

Es war mit Sicherheit nicht meine letzte Treffenteilnahme in Groß Brunsrode. Und gegenüber meiner ersten Teilnahme 2015 fand ich, dass sowohl das modellbauerische Niveau, als auch der Spielspass deutlich gesteigert wurden.

Noch ein paar mehr Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie Groß Brunsrode 2018

Samstag, 13. Januar 2018

Die Dreigurtbrücke von Lüdinghausen Teil 4

Vor fast auf den Tag genau einem halben Jahr hatte ich angekündigt, dass am Eisenbahnclub bereits das Holz für den Bau der Modulgruppe Dreigurtbrücke bereit liegt. Seit August letzten Jahres habe ich, meist mit Beteiligung der Jugendgruppe des MEC Dülmen, die Holzarbeiten durchgeführt.

Stellprobe für die Modulkiste aus Pappelsperrholz, welches wir beim Tischler zuschneiden lassen haben.

Für den Zuschnitt steht uns am Verein eine Bandsäge, zu sehen auf dem letzten Foto, zur Verfügung. Ein gut Hilfe. Zur genauen Festlegung der Geländeform waren trotzdem viele Vorarbeiten nötig. So habe ich in den original Lageplan die Außenkante der Modulkästen eingezeichnet und dann die Lage der Geländepunkte auf die Modulaußenseiten übertragen. Um noch ausreichend Auflager für die Brücke zu erhalten musste das Mittelsegment eine Länge von 1,27 m erhalten.
Dabei war viel "Fail and Error" angesagt. Leider musste ich die Außenkante zwei mal zuschneiden, weil ich in dem auf dem Bild unten sichtbaren Stand bemerkte, dass die Durchfahrtshöhe doch zu gering war.


Das Brückensegment steht hier schon auf eigenen Beinen.

Danach entstanden die Anschluss-Segmente. Wir haben uns dafür entschieden die Modulgruppe am Ondruper Ufer direkt hinter der viel näher an die Brücke heran gerückten Landstraße als F96-Profil enden zu lassen. Da in Richtung Lüdinghausen beim Vorbild ein Damm weiter führt, wurde dieser auch beim Modell als Fremo D2-Profil ausgeführt. Um wieder auf unser gängiges Endprofil F96 zu kommen entsteht zeitgleich ein entsprechend optisch passender Profiladapter. Die Verbindung der Segmentkästen erfolgt mit jeweils zwei 12 mm starken Holzdübeln, welche im Brückensegment fest verklebt sind, und durch zwei Maschinen- bzw. Flügelschrauben.


Die Modulgruppe Dreigurtbrücke nach der Montage der Anschlusssegmente.

Beim ersten Zusammenbau fiel uns direkt ein Problem auf, welches ich nicht als so gravierend erwartet hatte: Hob man die Modulgruppe an einem der Anschlusssegmente an, so verzog sich die Stirnplatte des Brückensegmentes im Bereich des Brückenwiderlagers um 5 mm. Die Brücke ist nicht in der Lage diese Druckkräfte aufzunehmen, Schäden wären unvermeidlich. Daher mussten Aussteifungen her. Diese wurden in Form einer Überblattung auf die zwei vorhandenen Querspanten geleimt. Am Segmentende wurden sie bis unter das Brückenwiderlager hoch gezogen und mit der Stirnplatte verschraubt.


Das überarbeitete Brückensegment mit den zwei Längsspanten.

Das Ergebnis ist eine vollständige Versteifung. Die Stirnplatte bewegt sich wenn Kraft aufgebracht wird nun nicht mehr. Jetzt erinnert das Segment sehr an die Unterkonstruktionen für Heimanlagen, die in einigen Fachbüchern vorgeschlagen wird.


Durch die Längsspanten ist das Brückensegment jetzt so stabil, dass man das Anschlusssegment ohne Durchängen daran befestigen kann.

Die weiteren Arbeiten an den Anschlusssegmenten sind die bekannten Arbeitsschritte, um den Gleisbau vorzubereiten. An Stelle der über viele Jahre verwendeten Korkbettung wird als Bettung 4 mm starkes Sperrholz aufgeleimt. Unter die Trassenbretter habe ich zur Aussteifung noch 15 mm starke und 30 mm hohe Aussteifungen geleimt. Das kann im gleichen Arbeitsschritt erfolgen wie das Aufleimen der Bettungen.


Viele Zwingen sind für die Montage der Bettungen und unteren Aussteifungen nötig.

Auch das Adaptermodul konnte nun entstehen. Dieses Holz lag ebenfalls schon bereit.


Durch den Adapter von Damm auf F96 ist die Modulgruppe auch für das gängigste Modulprofil kompatibel.

Dann war, nach dem Verspachteln der außen sichtbaren Schrauben, die Lackierung dran. Erst alles weiß grundieren, dann die Außenseiten anschleifen, mit Terpentin abwaschen und mit dem braunen Vorlack (mit der Rolle) lackieren.


Alle Segmente der Modulgruppe erstrahlen kurz vor Weihnachten frisch lackiert in Nussbraun.

Der Verlauf des Kanals wird, wie beim Vorbild, in einem Winkel von 23° zum Bahngleis hergestellt. Dadurch mussten Teile der Wasserfläche auf den Anschlusssegmenten dargestellt werden. Bei meiner eigenen kleinen Kanalbrücke hatte ich bereits die Darstellung des Wasser auf klaren Polystyrolplatten mit einseitiger Riffelung erfolgreich angewendet. Zur Gewichtsersparnis habe ich dieses mal an Stelle von 5 eine 2,5 mm starke Platte gewählt. Auch diese lässt sich mit einer langsam laufenden Stichsäge schneiden. Durch das Probeweise Auflegen des "Wassers" kann man sich nun schon besser vorstellen, wie die Modulgruppe einmal wirken wird.


Erstmals sind die Segmente miteinander verbunden und alle Wasserflächen zur Probe aufgelegt.

Die Modulbeine mussten noch zugeschnitten werden. Die 20 mm Alubeine wurden auf eine Länge von 1,20 m gekürzt, leider wiedermal Spezialbeine. Fertig aufgebaut mit Adapter hat die Modulgruppe nun eine Länge von knapp 3,60 m. Damit ist es die längste Modulgruppe, abgesehen vom Bahnhof Membach, die wir am MEC jemals hatten.


Die komplette Modulgruppe bei der Stellprobe in unserem Werkraum.

Da wir, um die Jugendlichen möglichst viel zu beteiligen, nur 2 Stunden je Woche an der Modulgruppe arbeiten, geht der Bau leider recht schleppend voran. Aber wir sind ja nicht auf der Flucht. Die nächsten Arbeitsschritte sind: Fertigstellung des Wassers, Einbau Wattenscheider, Gleisbau, Elektrik und dann geht es mit dem Geländebau los. Trotzdem können wir nicht abwarten die Brücke erstmals zu befahren.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

FremOld Treffen Leipzig 2017

Der erste Advent ist im Fremo alljährlich ein Epoche II Wochenende. In Dreiskau-Muckern nahm ich wieder am Treffen in der Mehrzweckhalle auf dem Gutshof teil. Thema war das Jahr 1927/1928. Meine Mitgift war nur meine Landwirtschaftskurve, ein Waggon und einige Kutschen und Pkw als Dekoration. Die anderen hatten da größer aufgefahren.


Ein PmG (Personenzug mit Güterbeförderung) mit einigen Stückgutwagen auf der zweigleisigen Strecke.

Das Arrangement bestand aus einem komplett zweigleisigen Außenring ohne Oberleitung. Vom Bahnhof Dörpen zweigte der Böhmische Streckenast zur Zeche Hrabova, dem Bahnhof Loket und dem Schattenbahnhof Petrov ab. Holstedt war der betriebliche Mittelpunkt mit Zugbildungsaufgaben für verschiedene Verkehre. Auf freier Strecke kurz vor dem Schattenbahnhof zweigte eine eingleisige Strecke auf die Nebenbahn zum Hafen Wilhelmsburg mit dem Kirchenpauerkai, über Klausthal und Willischtal ab. Von Klausthal zweigte noch eine kurze Schmalspurstrecke ab.


Holstedt hatte die Aufgabe die Stückgüt-, Vieh- und Milchverkehre zu verteilen.

Die Verteilung der Güter erfolgte mit einigen Nahgüterzügen, einem Sammler und einem Verteiler je Fahrplan. Dazu kamen einige Durchgehende- und Ganzgüterzüge.


Der Nahgüterzug von der Nebenbahn zum Schattenbahnhof war stets an seiner Lastgrenze.

Eine große Bereicherung waren die Umläufe mit Pmg, also Güterzügen mit Personenbeförderung. Diese pendelten zwischen dem kleinen Schattenbahnhof Königsfeld (am Abzweig hinter Willischtal) und Holstedt, wo die jeweiligen Güterfrachten durch die Ortslok in den Personenzug eingestellt bzw. abgezogen wurden. Es gab Fahrten nur mit Postwagen, mit Viehwagen, mit Stückgutwagen und Milchwagen. Dabei zeigte sich sehr deutlich, welche Fahrdienstleister die Unterlagen vor Eintreffen des Zuges gut studiert hatten, oder aber bei der Ankunft des PmG hektisch begannen, die einzustellenden Wagen aus der hintersten Ecke heraus zu rangieren.


Auch am Abzweig musste ein Stückgutwagen zugestellt werden. Dies war Aufgabe des Triebwagenpendels zwischen Klausthal und Wilhelmsburg.

Die eingesetzten Fahrzeuge waren wieder sehr schön anzusehen. Nach der Elektrotraktion im Jahr 2016 war wieder König Dampf die bestimmende Fahrzeuggattung. Aber auch einige Verbrennungstriebwagen waren im Einsatz. Sehr viele schöne Personenzuggarnituren waren im Einsatz. Leider hatten die Besitzer noch nichts an deren Innereien unternommen. Ich würde mir für die Zukunft lange Züge mit Fahrgästen und etwas Innengestaltung wünschen!


Der Triebwagenpendel zwischen Dörpen und Petrov macht im wunderschönen Bahnhof Loket halt.

Der Fahrplan war zweigeteilt. Es gab einen Vor- und einen Nachmittagsfahrplan, jeweils von 4-13 und von 13-22 Uhr. Am Wochenende wurden 7 Fahrpläne, also 3 1/2 Tage gespielt. Aufgrund der recht humanen Zeitbeschleunigung mit Faktor 3 bis 4 (aufgrund der langen Strecken und langsamen Fahrzeuge war mehr nicht nötig) hielt sich der Stress beim Rangieren in Grenzen, ohne dabei Langeweile zu verursachen.


An der Zeche Hrabova stehen die Kohleganzzüge zur Beladung bereit.

Unterkunft und Verpflegung im Gutshof waren wie immer gut. Drei Mahlzeiten pro Tag hielten die Teilnehmer bei Laune.


Der Kirchenpauerkai mit Waggonkipper der Firma DEMAG.

Auch 2018 habe ich eine Teilnahme fest eingeplant, gern auch wieder mit mehr Material. Vielleicht wage ich mich ja noch an ein Stück zweigleisige Strecke heran, damit Holstedt nicht immer die Hauptlast tragen muss...

Noch ein paar mehr Bilder von mir gibt es hier zu sehen: Galerie Leipzig 2017